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Vorstellung: Der Scotch Single Malt Circle von Bill und Maggie Miller

logo_ssmc_120px_web Neben vielen regionalen Klubs, Stammtischen und sonstigen Treffpunkten von Whiskyfreunden gibt es auch einige überregionale und sogar internationale Vereinigungen. Zwei davon stechen dadurch hervor, dass man über sie ungewöhnliche Einzelfassabfüllungen in hoher Qualität unter eigenem Label erwerben kann. Auf internationaler Ebene ist das die bekannte Scotch Malt Whisky Society (SMWS) mit Stammsitz in Edinburgh, von der es inzwischen auch lokale Zweige in Deutschland gibt. Auf nationaler Ebene gibt es außerdem den Scotch Single Malt Circle (SSMC) von Bill und Maggie Miller, den ich Euch heute näher vorstellen möchte.

Vor rund 20 Jahren waren die beiden begeistert von der Idee der Scotch Malt Whisky Society und wollten diese in Deutschland vertreten. Da sie die Erlaubnis damals nicht bekamen, hatten sie kurzerhand einen eigenen Verein gegründet und kaufen seither nach dem Vorbild der SMWS in den schottischen (und irischen) Destillerien Einzelfässer auf und füllen sie ungefiltert und ungefärbt sowie in Fassstärke unter eigenem Label ab.

ssmc1c Im Prinzip also ein unabhängiger Abfüller, wie es heute (damals nicht!) viele gibt, aber weit entfernt von Profitstreben und unpersönlichem Geschäftsgebaren, da alles im Nebenerwerb und mit viel Liebe stattfindet. Die Mitgliederzahlen halten sich in einigermaßen überschaubarem Rahmen, was viele persönliche Kontakte ermöglicht, und durch die zahlreichen Messeauftritte des Circle sind sich viele Mitglieder auch untereinander bestens bekannt. Maggie Miller hat für jeden ein offenes Ohr und freut sich über jede Rückmeldung, die dann gerne auch mal ihren Weg in die nächste Preisliste findet.

Das eigentlich wichtige sind aber natürlich die Abfüllungen, die alle von Maggie höchstpersönlich vor Ort verköstigt und ausgesucht werden. In Ihrer Nase liegt denn auch die Besonderheit des SSMC, denn die Preisliste ist zwar klein, aber auch sehr fein und hat über all die Jahre meiner Mitgliedschaft ein konsequent hohes Niveau gehalten (was bei der SMWS nicht immer der Fall war, auch wenn sie in letzter Zeit wieder stark angezogen hat). Dabei wird immer auf eine ausgeglichene Auswahl geachtet, von „jungen Wilden“ bis zu „alten Hasen“ (z.B. ein göttlicher Glen Grant von 1972!) ist alles vertreten und wird zu fairen Preisen angeboten. Immer wieder finden sich auch außergewöhnliche Stoffe wie derzeit ein toller Glenlossie (wer hat wann das letzte Mal einen Glenlossie getrunken?).

Die jährliche Gebühr für den Circle beträgt nur 12,50 EUR. Dafür bekommt man nicht nur eine sehr persönliche Betreuung, sondern auch einen regelmäßigen und unterhaltsamen Newsletter (von Bill) und die Gewissheit, immer wieder ein paar ganz besondere Abfüllungen zur Auswahl zu haben. Wenn Ihr noch nicht überzeugt seid, nutzt doch mal eine der folgenden Whiskymessen, um die Abfüllungen zu probieren. Als Mitglied kann man von den meisten Abfüllen übrigens auch Samples und kleine Flaschen mit 200ml erwerben!

Den Scotch Single Malt Circle findet Ihr unter scotchsingle.de.




View Comments 11. Juli 2010

Das persönliche Geschenk: Whisky-Gläser und -Flaschen mit Gravur

Immer wieder stellt sich die selbe Frage: Was schenkt man einem Whisky-Freund? Wenn man seinen Geschmack nicht genau kennt, kann man mit einer Flasche Single Malt ziemlich daneben liegen, auch wenn man viel Geld dafür ausgibt. Wenn man einen Günstigen nimmt ist die Chance noch größer. Was also dann?

Whisky Set mit Gravur Zum Beispiel ein sehr persönliches Geschenk, das trotzdem mit Whisky zu tun hat. Bei GravurXXL findet Ihr eine ganze Reihe hochwertiger Whisky-Gläser, vom klassischen Tumbler über Leonardo-Design-Gläser bis hin zum Glencairn-Glas, das ich sowieso mit für das beste Whisky-Glas halte.

Dazu auch passende Flaschen und das Ganze sogar als Set mit Flasche und zwei Gläsern in einer edlen Holzkiste. Das ist nicht nur als persönliches Geschenk witzig, sondern passt auch für einen Whisky-Stammtisch oder Whisky-Club. Die Auswahl an Schriftarten und Varianten ist im Shop zwar begrenzt, doch ich bin mir sicher, dass auf Anfrage auch mach anders möglich ist.

Natürlich gibt es nicht nur Whisky-Gläser und -Flaschen, sondern auch allerlei anderes. Ob Bierglas oder Hundemarke, ob Frühstücksbrett oder Schlüsselanhänger  – schaut einfach mal rein!




View Comments 30. Mai 2010

Whisky – Ein Ausflug in die Welt der Sinne

Viele Besucher meines Blogs kommen inzwischen über Twitter auf diese Seite und viele davon sprechen kein Deutsch. Da ich aber weiterhin auf Deutsch schreiben möchte, habe ich vor einiger Zeit Google Translator eingebaut. Über das Pull-down-Menü rechts unter der Suche kann man die Artikel in viele Sprachen dieser Welt übersetzen, mit meist eher lustigen bis schrägen Resultaten.

Das führt dann auch mal zu Rückfragen, so wie vor einigen Tagen von Gal Granov, Urheber des Blogs Whisky Israel. Er hatte meine letzten Tasting Notes gelesen und sich darüber gewundert, dass ihm der Übersetzer „Auge, Nase, Mund, Hals“ angezeigt hatte statt den üblichen Begriffen wie „Color, Nose, Palate, Finish“. Das war allerdings kein Übersetzungsfehler, sondern Absicht.

Warum mache ich das? Weil ich denke, dass die üblichen Begriffe nicht weit genug gehen. Sie beschreiben die Eigenschaften eines Whiskies, aber nicht das, was wir wirklich mit unseren Sinnen aufnehmen. An dem Gesamterlebnis Whisky sind drei unserer fünf Sinne beteiligt: Die visuelle Wahrnehmung (Augen), die olfaktorische Wahrnehmung (Geruchssinn) und die gustatorische Wahrnehmung (Geschmackssinn). Und das nicht unbedingt getrennt voneinander.

Zuerst nehmen wir den Whisky mit den Augen auf. Wir sehen seine Farbe und erwarten dadurch schon einen bestimmten Geschmack. Ist der Whisky hell, erwarten wir einen leichten, bourbonlastigen Whisky. Ist er dunkel, erwarten wir einen schwereren, sherrylastigeren. Aber wir erkennen noch mehr, z.B. die Viskosität und daran den Einfluss der Reifung uns des Alters. Ist er sehr ölig oder läuft er leicht ab? Gibt es viele Legs oder wenige? Bleibt ein schöner Perlenrand am Glas oder nicht? Und sogar den Alkoholgehalt kann man schätzen, wenn man ihn schüttelt und die Schaumbildung betrachtet. Nicht umsonst werden echte Blindtastings mit blauen, fast undurchsichtigen Gläsern durchgeführt! Und das alles ist nur Farbe (Colour)?

Dann nehmen wir den Whisky mit der Nase auf. Durch die Farbwahrnehmung ist diese nun schon vorgewarnt und ist umso erstaunter, wenn der Geruch nicht zur Erwartung passt. Tendenziell finden wir diese Whiskies dann interessanter als jede, die der Erwartung entsprechen. Nun nehmen wir die Stoffe auf, die sich aus dem Whisky lösen. Das sind in der Regel mehr, wenn der Whisky eine höhere Alkoholstärke ausweist oder wenn ihm frisch Wasser hinzugegeben wurde. Letzteres hilft auch, den Einfluss des Alkohols zurückzudrängen und feinere Nuancen hervorzubringen. Es empfiehlt sich auch mehrmals zu riechen, denn wenn die Nase den ersten Alkoholschock verdaut hat, wird sie mehr riechen als beim ersten Mal. Und übrigens: Wir haben zwei Nasenlöcher und genau wie unsere Augen, Hände und Füße sind beide meist unterschiedlich. Also bitte mit beiden riechen!

Dann nehmen wir den Whisky mit dem Mund auf. Und zwar mit dem ganzen Mund, nicht nur mit dem Gaumen (Palate)! Die Zunge ist der Teil, der zuerst mit dem Whisky in Berührung kommt. Wenn wir ihn dann ein wenig im Mund kreisen lassen, kommt er auch mit dem Gaumen in Berührung. Die Wissenschaft glaubt inzwischen, dass jeder Teil unseres Mundes jeden Geschmack aufnehmen kann, die Aufteilung in Geschmackszonen gilt als überholt. Aber die Geschmacksknospen sind nicht einheitlich verteilt, es macht also Sinn, den Whisky im Mund zu verteilen. Durch die Körperwärme wird er dabei auch wärmer und mehr Geschmacksstoffe lösen sich. Und auch hier gilt, dass nach dem ersten Schock mehr Nuancen erkannt werden als gleich zu Beginn.

Dann schlucken wir den Whisky herunter. Mit dem deutschen Wort „Abgang“ (Finish) konnte ich mich noch nie anfreunden. Einen Abgang mache ich am Ende meines Lebens oder vielleicht noch auf dem Klo, aber hier … Warum nennen wir es nicht beim Wort? Der Hals ist es, in dem wir die wohlige Wärme des Whiskies spüren, seine Schärfe, seine Würze und seine Süße. Hier bleibt auch der Torf hängen, den wir am nächsten Morgen vergeblich mit der Zahnbürste aus dem Mund zu schrubben versuchen. Und ganz unten im Magen, selbst da breitet sich die Wärme noch aus und macht Lust auf einen zweiten Schluck.

Der macht auch Sinn (kleines Wortspiel …). Nicht nur weil jeder Dram dazu führt, dass die schottischen Whiskyindustrie weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt und uns noch viele Jahre mit guten Stöffchen versorgen kann. Sondern auch, weil nach den ersten Eindrücken unsere Sinne beim zweiten Mal noch weniger objektiv sind als beim ersten Mal und uns nun wieder ganz andere Sinneseindrücke vermitteln werden. Ein guter Whisky wird so immer besser und ein schlechter, nun ja, wird vielleicht wenigstens ein bisschen besser. Aber seid gewarnt, das mit dem Schönsaufen funktioniert nicht und führt nur zu Kopfweh. Und das ist nicht sinnvoll, sondern reiner Unsinn ;)




View Comments 23. Mai 2010

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