Posts gespeichert unter 'Tasting-Notes'
Nun also auch noch Krokodile. Nachdem die Kultdestillerie von der Isle of Islay die letzten Abfüllungen nach einem gefährlichen Strudel (Corryvreckan), einem explodierenden Stern (Supernova) und einer Achterbahn (Rollercoaster) benannt hatte, klingt der durchaus bekannte Name einer Echse geradezu zahm. Zudem ist er dieses Mal nicht nur assoziativ gewählt, sondern beruht auf dem gebräuchlichen Namen für das starke Ausbrennen der hier benutzten Fässer. Auf deren Innenseite bildet sich durch die Hitze ein Muster, das wie die Haut eines Alligators aussieht.
Im Gegensatz zu den sonst üblichen einmal benutzten Fässern (für Bourbon oder Sherry) wurden hier ungebrauchte Fässer aus luftgetrockneter amerikanischer Weißeiche verwendet, also letztendlich genau die Art von Fässern, in denen sonst amerikanischer Bourbon reift. So ist es nicht verwunderlich, dass der Alligator auch ähnliche Aromen entwickelt: Eine tiefe, süße Vanillenote durch die aus dem Holz gelösten Eiweiße sowie eine schöne frische Holznote. Riecht einfach mal an frisch geschlagenem Holz, dann werdet Ihr das wieder erkennen.
Ich persönlich bin ja nicht so der Islay-Fan und Ardbeg-Fan noch viel weniger. Zum einen bieten mir die Standardabfüllungen abgesehen vom Torf zu wenig Beigeschmack und zum anderen finde ich das meiste Zeugs der letzten Jahre schlicht zu jung und zu wenig komplex. In diesem Fall ist es aber gelungen, dem (auch hier eher jungen) Whisky eine zusätzliche Komponente hinzuzufügen, die ihm überaus gut steht. Die tiefe Süße passt gut zum Zitrus-Grundton des Ardbeg-Spirits und die Trockenheit der Eiche gut zum trockenen Torf. Oder wie es die offiziellen Tasting-Notes passenderweise ausdrücken: Der Alligator hat einfach mehr Biss.
Alles in allem also eine gelungene Abfüllung, die vorerst nur für Mitglieder des Ardbeg Committee erhältlich ist. Oder besser war, denn sie ist schon wieder ausverkauft. Später im Jahr soll es aber eine offizielle Abfüllung ohne “for discussion”-Label geben, Ihr müsst Euch also nur noch etwas gedulden.
Apropos Biss: Geht es Euch auch so, dass Ihr beim Genuss von Whisky immer Lust auf was zum Knabbern bekommt? Ich falle dann immer entweder über eine Tüte Chips oder über meinen Vorrat an (Erd-)Nüssen her.
Vor kurzem bin ich bei der Suche im Internet dabei über die Seite kern-energie.com gestoßen. Name und Logo sind angesichts der aktuellen Diskussion nach Fukushima schon allein der Brüller und das Design ist auch ganz allgemein sehr gelungen. Schön ist aber vor allem, dass man sich auf der Seite seine eigenen Nussmischungen zusammen stellen kann. Ich zum Beispiel mag keine Haselnüsse, die in fast allen sonst erhältlichen Fertig-Nussmischungen automatisch mit drin sind.
Vielleicht wäre das auch eine Idee für Whisky? Mix your own Blend? Als Logo die Nase von Richard Paterson? Ich glaube, ich hatte schon einen Alligator zu viel …
Nun also auch noch Krokodile. Nachdem die Kultdestillerie von der Isle of Islay die letzten Abfüllungen nach einem gefährlichen Strudel (Corryvreckan), einem explodierenden Stern (Supernova) und einer Achterbahn (Rollercoaster) benannt hatte, klingt der durchaus bekannte Name einer Echse geradezu zahm. Zudem ist er dieses Mal nicht nur assoziativ gewählt, sondern beruht auf dem gebräuchlichen Namen für das starke Ausbrennen der hier benutzten Fässer. Auf deren Innenseite bildet sich durch die Hitze ein Muster, das wie die Haut eines Alligators aussieht.
Im Gegensatz zu den sonst üblichen einmal benutzten Fässern (für Bourbon oder Sherry) wurden hier ungebrauchte Fässer aus luftgetrockneter amerikanischer Weißeiche verwendet, also letztendlich genau die Art von Fässern, in denen sonst amerikanischer Bourbon reift. So ist es nicht verwunderlich, dass der Alligator auch ähnliche Aromen entwickelt: Eine tiefe, süße Vanillenote durch die aus dem Holz gelösten Eiweiße sowie eine schöne frische Holznote. Riecht einfach mal an frisch geschlagenem Holz, dann werdet Ihr das wieder erkennen.
Ich persönlich bin ja nicht so der Islay-Fan und Ardbeg-Fan noch viel weniger. Zum einen bieten mir die Standardabfüllungen abgesehen vom Torf zu wenig Beigeschmack und zum anderen finde ich das meiste Zeugs der letzten Jahre schlicht zu jung und zu wenig komplex. In diesem Fall ist es aber gelungen, dem (auch hier eher jungen) Whisky eine zusätzliche Komponente hinzuzufügen, die ihm überaus gut steht. Die tiefe Süße passt gut zum Zitrus-Grundton des Ardbeg-Spirits und die Trockenheit der Eiche gut zum trockenen Torf. Oder wie es die offiziellen Tasting-Notes passenderweise ausdrücken: Der Alligator hat einfach mehr Biss.
Alles in allem also eine gelungene Abfüllung, die vorerst nur für Mitglieder des Ardbeg Committee erhältlich ist. Oder besser war, denn sie ist schon wieder ausverkauft. Später im Jahr soll es aber eine offizielle Abfüllung ohne “for discussion”-Label geben, Ihr müsst Euch also nur noch etwas gedulden.
Apropos Biss: Geht es Euch auch so, dass Ihr beim Genuss von Whisky immer Lust auf was zum Knabbern bekommt? Ich falle dann immer entweder über eine Tüte Chips oder über meinen Vorrat an (Erd-)Nüssen her.
Vor kurzem bin ich bei der Suche im Internet dabei über die Seite kern-energie.com gestoßen. Name und Logo sind angesichts der aktuellen Diskussion nach Fukushima schon allein der Brüller und das Design ist auch ganz allgemein sehr gelungen. Schön ist aber vor allem, dass man sich auf der Seite seine eigenen Nussmischungen zusammen stellen kann. Ich zum Beispiel mag keine Haselnüsse, die in fast allen sonst erhältlichen Fertig-Nussmischungen automatisch mit drin sind.
Vielleicht wäre das auch eine Idee für Whisky? Mix your own Blend? Als Logo die Nase von Richard Paterson? Ich glaube, ich hatte schon einen Alligator zu viel …
31. Juli 2011
Grain Whisky kennen und scheuen viele Fans der Single Malts nur als relativ geschmacksarme Beimischung in Blends. Dabei wird übersehen, dass die dort verwendeten Grains meist recht jung sind und jede Spirituose nach einer gewissen Zeit im Fass dessen Geschmack annimmt, egal wie geschmacksneutral sie am Anfang gewesen sein mag. Wenn man sich nun zudem noch in Erinnerung ruft, dass selbst bei Malt Whisky nur rund 30% des Geschmacks vom Destillat und 70% von der Reifung im Fass kommen, so wird klar, dass ältere Grain Whiskies durchaus nicht so schlecht sein müssen, wie man vielleicht zuerst denkt. Leider sind sie aber eher selten zu finden und daher auch meist recht teuer, was die Lust auf einen Versuch dann wieder relativiert. Daher möchte ich Euch heute mal zwei durchaus bezahlbare Vertreter ihrer Zunft vorstellen:
Cadenhead’s Scottish Grain from North British Distillery 19yo mit 59,9%
Eine Flasche aus dem Winter-Bottling von 1997(!) aus der 750(!)ml-Flasche, mit 68 EUR nicht gerade überteuert:
Auge: Dunkelgelb, viele Legs.
Nase: Süß, aber sehr alkoholisch mit Terpentin, Nelken und Zimt-Banane.
Mund: Pfeffer, exotischer Fruchtsalat (Mango, Papaya, Ananas).
Hals: Könnte mit seiner Vanille-Süße und dem deutlichen holzig-trockenen Terpentin auch ein Bourbon sein, bis dann wieder der Fruchtsalat durchbricht, aber leider relativ schnell abklingt.
Fazit: Eine interessante Mischung aus (altem) Bourbon und (jungem) Clynelish, hätte vielleicht noch ein paar Jahre im Fass vertragen können und verträgt vor allem einiges an Wasser.
Cambus Single Grain 24yo 1986-201 mit 53,2%, abgefüllt für das Bladnoch Forum aus Hogshead #18990
Meine Entdeckung auf der letztjährigen Aquavitae am Stand von Alba Import, mit einem Flaschenpreis von 59 EUR durchaus günstig zu nennen.
Auge: Hellgolden, schön ölig.
Nase: Dumpf-zurückhaltend, süßer Grieß-Vanillepudding mit Sahne.
Mund: Sahnetoffee mit schöner Würze und Wärme,
sehr voll.
Hals: Sahnig, würzig, etwas Terpentin, sehr voll
und warm, nun deutliche Zitrusnote.
Fazit: Extrem leckeres Stöffchen zu einem sehr akzeptablem Preis!
Beide Abfüllungen können Ihre Herkunft nicht verbergen, ihnen fehlt die Tiefe und Komplexität eines Malt Whisky und die Terpentin-Note (manche nennen es auch Klebstoff) ist recht deutlich. Aber gerade der Cambus zeigt, dass mit einem entsprechenden Fass und genügend Reife eine wunderbare, süße Note erreicht werden kann, die so extrem bei einem Single Malt schwer zu erreichen ist. Der Sommer kann kommen!
Grain Whisky kennen und scheuen viele Fans der Single Malts nur als relativ geschmacksarme Beimischung in Blends. Dabei wird übersehen, dass die dort verwendeten Grains meist recht jung sind und jede Spirituose nach einer gewissen Zeit im Fass dessen Geschmack annimmt, egal wie geschmacksneutral sie am Anfang gewesen sein mag. Wenn man sich nun zudem noch in Erinnerung ruft, dass selbst bei Malt Whisky nur rund 30% des Geschmacks vom Destillat und 70% von der Reifung im Fass kommen, so wird klar, dass ältere Grain Whiskies durchaus nicht so schlecht sein müssen, wie man vielleicht zuerst denkt. Leider sind sie aber eher selten zu finden und daher auch meist recht teuer, was die Lust auf einen Versuch dann wieder relativiert. Daher möchte ich Euch heute mal zwei durchaus bezahlbare Vertreter ihrer Zunft vorstellen:
Cadenhead's Scottish Grain from North British Distillery 19yo mit 59,9%
Eine Flasche aus dem Winter-Bottling von 1997(!) aus der 750(!)ml-Flasche, mit 68 EUR nicht gerade überteuert:
Auge: Dunkelgelb, viele Legs.
Nase: Süß, aber sehr alkoholisch mit Terpentin, Nelken und Zimt-Banane.
Mund: Pfeffer, exotischer Fruchtsalat (Mango, Papaya, Ananas).
Hals: Könnte mit seiner Vanille-Süße und dem deutlichen holzig-trockenen Terpentin auch ein Bourbon sein, bis dann wieder der Fruchtsalat durchbricht, aber leider relativ schnell abklingt.
Fazit: Eine interessante Mischung aus (altem) Bourbon und (jungem) Clynelish, hätte vielleicht noch ein paar Jahre im Fass vertragen können und verträgt vor allem einiges an Wasser.
Cambus Single Grain 24yo 1986-201 mit 53,2%, abgefüllt für das Bladnoch Forum aus Hogshead #18990
Meine Entdeckung auf der letztjährigen Aquavitae am Stand von Alba Import, mit einem Flaschenpreis von 59 EUR durchaus günstig zu nennen.
Auge: Hellgolden, schön ölig.
Nase: Dumpf-zurückhaltend, süßer Grieß-Vanillepudding mit Sahne.
Mund: Sahnetoffee mit schöner Würze und Wärme,
sehr voll.
Hals: Sahnig, würzig, etwas Terpentin, sehr voll
und warm, nun deutliche Zitrusnote.
Fazit: Extrem leckeres Stöffchen zu einem sehr akzeptablem Preis!
Beide Abfüllungen können Ihre Herkunft nicht verbergen, ihnen fehlt die Tiefe und Komplexität eines Malt Whisky und die Terpentin-Note (manche nennen es auch Klebstoff) ist recht deutlich. Aber gerade der Cambus zeigt, dass mit einem entsprechenden Fass und genügend Reife eine wunderbare, süße Note erreicht werden kann, die so extrem bei einem Single Malt schwer zu erreichen ist. Der Sommer kann kommen!
01. Mai 2011
Heute machen wir mal einen Abstecher nach Irland. Der (zurecht) vielfach ausgezeichneten Cooley Distillery verdankt die grüne Insel ja nicht nur einen neuen Aufschwung in Sachen Whiskey-Marken und Verkaufszahlen, sondern mit dem Connemara Peated auch den nach langer Zeit einzigen torfigen Whiskey. Neben einer Abfüllung ohne Altersangabe, dem 12jährigen sowie dem Cask Strength gibt es ihn auch als limitierte Single-Cask-Abfüllung sowie als ebenfalls limitiertes („Small Batch Collection“) Sherry Finish. Und seit neuestem als Turf Mór („mächtiger Torf“) mit 50ppm, womit er sich hinter keinem Islay Whisky mehr verstecken muss:
Connemara Peated Turf Mór, 58,2%
Ohne Altersangabe, dafür um so mehr Torf.
Auge: Sehr hell, trübes Gelb.
Nase: Ach Du Sch…ande! Ausgewaschener Aschenbecher mit leichter Süße im Hintergrund.
Mund: Typisches Cooley-Zuckerwasser, Pfeffer, viel Rauch.
Hals: Können Zigaretten unter Wasser brennen? Wenn ja, müsste ungefähr das dabei herauskommen. Viel beißender Rauch und Torf mit Zuckerwatte, die schon ziemlich kokelt
Fazit: Nichts für Nichtraucher! Ich bin ja bekanntlich kein Islay-Fan und fand die Connemaras eigentlich immer ganz gut, weil sie eher schwach torfig sind und viel Süße ins Spiel bringen. Der Turf Mór ist mir zu heftig, für Torfnasen und Octomore-Verfechter sicherlich einen Versuch wert.
Nach so viel Torf brauche ich was Leichteres zur Erholung und greife zu einem Sample vom Kilbeggan Distillery Reserve:
Kilbeggan Distillery Reserve, Batch 0001 (06/2010), 40%
Nachdem die traditionsreiche Destillerie seit 1957 stillgelegt war, hat Cooley sie wieder zum Leben erweckt und produziert in den ältesten Pot Stills der Welt (von 1830) zur Feier der Wiederauferstehung eine limitierte Abfüllung.
Auge: Wunderschönes Gold.
Nase: Süß, Zitrus, Anis, Zimt mit einem leicht metallischen Geschmack im Hintergrund.
Mund: Kühl und frisch, sehr würzig, fruchtiges Karamell.
Hals: Warm und karamellig-malzig, Zitrus, Zuckerwatte, scharf und lang mit ebenfalls einem leicht metallischen Nachgeschmack.
Fazit: Eine sehr gelungene Abfüllung!
Vielen Dank an Iris Gräber vom Tastewhiskeyshop.de für die Samples! Dort bekommt Ihr auch den Connemara Peated Turf Mór und wenn der nächste Batch kommt sicherlich auch wieder den Kilbeggan Distillery Reserve
Heute machen wir mal einen Abstecher nach Irland. Der (zurecht) vielfach ausgezeichneten Cooley Distillery verdankt die grüne Insel ja nicht nur einen neuen Aufschwung in Sachen Whiskey-Marken und Verkaufszahlen, sondern mit dem Connemara Peated auch den nach langer Zeit einzigen torfigen Whiskey. Neben einer Abfüllung ohne Altersangabe, dem 12jährigen sowie dem Cask Strength gibt es ihn auch als limitierte Single-Cask-Abfüllung sowie als ebenfalls limitiertes („Small Batch Collection“) Sherry Finish. Und seit neuestem als Turf Mór („mächtiger Torf“) mit 50ppm, womit er sich hinter keinem Islay Whisky mehr verstecken muss: Connemara Peated Turf Mór, 58,2%
Ohne Altersangabe, dafür um so mehr Torf. Auge: Sehr hell, trübes Gelb.
Nase: Ach Du Sch…ande! Ausgewaschener Aschenbecher mit leichter Süße im Hintergrund.
Mund: Typisches Cooley-Zuckerwasser, Pfeffer, viel Rauch.
Hals: Können Zigaretten unter Wasser brennen? Wenn ja, müsste ungefähr das dabei herauskommen. Viel beißender Rauch und Torf mit Zuckerwatte, die schon ziemlich kokelt
Fazit: Nichts für Nichtraucher! Ich bin ja bekanntlich kein Islay-Fan und fand die Connemaras eigentlich immer ganz gut, weil sie eher schwach torfig sind und viel Süße ins Spiel bringen. Der Turf Mór ist mir zu heftig, für Torfnasen und Octomore-Verfechter sicherlich einen Versuch wert. Nach so viel Torf brauche ich was Leichteres zur Erholung und greife zu einem Sample vom Kilbeggan Distillery Reserve: Kilbeggan Distillery Reserve, Batch 0001 (06/2010), 40%
Nachdem die traditionsreiche Destillerie seit 1957 stillgelegt war, hat Cooley sie wieder zum Leben erweckt und produziert in den ältesten Pot Stills der Welt (von 1830) zur Feier der Wiederauferstehung eine limitierte Abfüllung. Auge: Wunderschönes Gold.
Nase: Süß, Zitrus, Anis, Zimt mit einem leicht metallischen Geschmack im Hintergrund.
Mund: Kühl und frisch, sehr würzig, fruchtiges Karamell.
Hals: Warm und karamellig-malzig, Zitrus, Zuckerwatte, scharf und lang mit ebenfalls einem leicht metallischen Nachgeschmack.
Fazit: Eine sehr gelungene Abfüllung! Vielen Dank an Iris Gräber vom Tastewhiskeyshop.de für die Samples! Dort bekommt Ihr auch den Connemara Peated Turf Mór und wenn der nächste Batch kommt sicherlich auch wieder den Kilbeggan Distillery Reserve ;)
17. April 2011
Heute folgt die Fortsetzung des Artikels von letzter Woche mit drei weiteren Samples aus dem Portfolio von Inver House Distillers:
Old Pulteney 17yo, 46%
Ein Single Malt aus dem hohen Norden des Schottischen Festlands, der maritime Einflüsse mit dem Stil der Highlands verbindet. Old Pulteney ist bekannt für eine gewisse Cremigkeit, die nicht jedermanns Sache ist.
Auge: Trübes Dunkelgelb.
Nase: Fruchtig, cremig-buttrig, Zimt, Vanille, leicht maritim (Seeluft, Salz).
Mund: Kräftig würzig, fruchtig, prickelnd, warm und salzig.
Hals: Voll und warm, sehr würzig, buttrig-cremig, salzig-maritim, Seetang.
Fazit: Schmeckt mir besser als ich Old Pulteney in Erinnerung hatte. vielleicht tut ihm das Alter ganz gut, um gegen den cremigen Grundcharakter bestehen zu können.
Old Pulteney 21yo, 46%
Probieren wir’s doch einfach aus. Verbessern vier zusätzliche Jahre den Geschmack noch weiter?
Auge: Helles Gold.
Nase: Fruchtige Gummibären, wenig-beerig, Zimt, Vanille.
Mund: Frisch und fruchtig mit maritim-salzigem Einschlag, sehr warm.
Hals: Voll und warm, salzig-maritim und würzig mit viel Fruchtsüße im Hintergrund.
Fazit: Ein Malt zum Lutschen mit sehr viel Süße. Gefällt mit sehr gut! Nochmal deutlich anderer Charakter als der 17yo.
Old Pulteney WK209 “Good Hope”, 46%
Eine Sonderedition, limitiert auf 9000 Flaschen aus Oloroso Sherry Casks, für den Travel Retail auf den Flughäfen. Das kommt ja immer mehr in Mode, für Wenigflieger wie mich eher ein Ärgernis.
Auge: Golden mit bräunlichem Schimmer, schöne Legs.
Nase: Warm, würzig-fruchtig, leicht dumpf.bitter, sahnig, Butterscotch (Toffee mit Salz).
Mund: Wieder Butterscotch, sehr sahnig und fruchtig mit einigem Salz.
Hals: Dumpfer, rauchiger Dark-Sherry, viel Frucht, aber im Hintergrund wieder die Pulteney-typische maritime Cremigkeit.
Fazit: Nicht so ganz mein Fall, wirkt irgendwie übertrieben “gefinished”. Die beiden anderen Abfüllungen würde ich jederzeit vorziehen.
Nochmal vielen Dank an Lukas für die Samples! Wieder was dazugelernt und ein Grund, in Zukunft öfters mal wieder ein Auge auf Old Pulteney zu werfen.
Heute folgt die Fortsetzung des Artikels von letzter Woche mit drei weiteren Samples aus dem Portfolio von Inver House Distillers:
Old Pulteney 17yo, 46%
Ein Single Malt aus dem hohen Norden des Schottischen Festlands, der maritime Einflüsse mit dem Stil der Highlands verbindet. Old Pulteney ist bekannt für eine gewisse Cremigkeit, die nicht jedermanns Sache ist.
Auge: Trübes Dunkelgelb.
Nase: Fruchtig, cremig-buttrig, Zimt, Vanille, leicht maritim (Seeluft, Salz).
Mund: Kräftig würzig, fruchtig, prickelnd, warm und salzig.
Hals: Voll und warm, sehr würzig, buttrig-cremig, salzig-maritim, Seetang.
Fazit: Schmeckt mir besser als ich Old Pulteney in Erinnerung hatte. vielleicht tut ihm das Alter ganz gut, um gegen den cremigen Grundcharakter bestehen zu können.
Old Pulteney 21yo, 46%
Probieren wir’s doch einfach aus. Verbessern vier zusätzliche Jahre den Geschmack noch weiter?
Auge: Helles Gold.
Nase: Fruchtige Gummibären, wenig-beerig, Zimt, Vanille.
Mund: Frisch und fruchtig mit maritim-salzigem Einschlag, sehr warm.
Hals: Voll und warm, salzig-maritim und würzig mit viel Fruchtsüße im Hintergrund.
Fazit: Ein Malt zum Lutschen mit sehr viel Süße. Gefällt mit sehr gut! Nochmal deutlich anderer Charakter als der 17yo.
Old Pulteney WK209 “Good Hope”, 46%
Eine Sonderedition, limitiert auf 9000 Flaschen aus Oloroso Sherry Casks, für den Travel Retail auf den Flughäfen. Das kommt ja immer mehr in Mode, für Wenigflieger wie mich eher ein Ärgernis.
Auge: Golden mit bräunlichem Schimmer, schöne Legs.
Nase: Warm, würzig-fruchtig, leicht dumpf.bitter, sahnig, Butterscotch (Toffee mit Salz).
Mund: Wieder Butterscotch, sehr sahnig und fruchtig mit einigem Salz.
Hals: Dumpfer, rauchiger Dark-Sherry, viel Frucht, aber im Hintergrund wieder die Pulteney-typische maritime Cremigkeit.
Fazit: Nicht so ganz mein Fall, wirkt irgendwie übertrieben “gefinished”. Die beiden anderen Abfüllungen würde ich jederzeit vorziehen.
Nochmal vielen Dank an Lukas für die Samples! Wieder was dazugelernt und ein Grund, in Zukunft öfters mal wieder ein Auge auf Old Pulteney zu werfen.
27. März 2011
Schon seit einiger Zeit folge ich dem von zwei jungen Whisky-Enthusiasten geschriebenen Edinburgh Whisky Blog mit Beiträgen über Edinburghs Bar- und Whiskyszene, der ebenfalls dort ansässigen Scotch Malt Whisky Society und anderem Aktuellem aus der Whisky-Welt.
Durch Twitter, Facebook und ein paar E-Mails wurden die beiden auch auf mich aufmerksam. Einer der beiden, Lukasz Dynowiak, betreibt zudem mit der Alembic Communications Ltd eine kleine Kommunikationsagentur und macht damit Werbung für Inver House Distillers. Von ihm habe ich in den vergangenen Monaten zwei nette Sendungen mit Samples erhalten, die ich euch hier vorstellen möchte:
Hankey Bannister 12yo Regency Blended Scotch, 40%
Ein mir bis dahin völlig unbekannter Blend, den ich bei uns in Deutschland vorher noch nie gesehen hatte. Der 40jährige Hankey Bannister wurde vor Kurzem zum “World’s Best Blended Scotch Whisky” gekürt.
Auge: Tief golden, leicht rötlich (gefärbt?).
Nase: Samtig-fruchtig, Rotwein, etwas säuerlich, würzig (Zimt).
Mund: Scharf und würzig (prickelnd) , frisch, süß.
Hals: Honig, scharf, würzig, dumpfe Sherry-Fruchtigkeit, bitter-pelzig auf der Zunge (Tannine), lange rund warmer Abgang.
Fazit: Für einen Blend ordentlich Sherry-lastig, insgesamt etwas leicht, aber sehr lecker!
anCnoc Highland Single Malt Scotch Whisky 16yo, 46%
Der Single Malt aus der Knockdhu Distillery fristet nicht nur bei uns eher ein Schattendasein, dabei gibt es ganz hervorragende unabhängige Abfüllungen davon. Die Originalabfüllungen hatte ich allerdings noch nie probiert.
Auge: Stroh.
Nase: Sehr würzig, dabei leicht säuerlich, Eiche, Vanille, Zitrus.
Mund: Prickelnde Würze, Zitrus, sehr warm und etwas cremig (Toffee).
Hals: Tief würzig und sehr warm mit einer schönen Fruchtigkeit.
Fazit: Leicht und lecker, eine schöner warmer Single Malt für jeden Tag.
anCnoc 1996 vintage, 46%
Limitiert auf weniger als 10.000 Flaschen in ausgewählten europäischen Ländern, weder gefiltert noch gefärbt.
Auge: Hellgolden, Champagnerfarben.
Nase: Süß, würzig, viel Vanille und Zimt, Sternanis
Mund: Frisch und süß, tolle Würze, sehr kräftig mit abgeriebenener Zitronenschale.
Hals: Zitrus, sehr würzig (leichter Torf?) mit deutlicher Frucht. Lang.
Fazit: Setzt noch mal Einen obendrauf, deutliche Steigerung gegenüber dem 12yo.
Vielen Dank an Lukasz für die Samples! Nächste Woche folgt die Fortsetzung mit drei Abfüllungen von Old Pulteney.
Schon seit einiger Zeit folge ich dem von zwei jungen Whisky-Enthusiasten geschriebenen Edinburgh Whisky Blog mit Beiträgen über Edinburghs Bar- und Whiskyszene, der ebenfalls dort ansässigen Scotch Malt Whisky Society und anderem Aktuellem aus der Whisky-Welt.
Durch Twitter, Facebook und ein paar E-Mails wurden die beiden auch auf mich aufmerksam. Einer der beiden, Lukasz Dynowiak, betreibt zudem mit der Alembic Communications Ltd eine kleine Kommunikationsagentur und macht damit Werbung für Inver House Distillers. Von ihm habe ich in den vergangenen Monaten zwei nette Sendungen mit Samples erhalten, die ich euch hier vorstellen möchte:
Hankey Bannister 12yo Regency Blended Scotch, 40%
Ein mir bis dahin völlig unbekannter Blend, den ich bei uns in Deutschland vorher noch nie gesehen hatte. Der 40jährige Hankey Bannister wurde vor Kurzem zum “World's Best Blended Scotch Whisky” gekürt.
Auge: Tief golden, leicht rötlich (gefärbt?).
Nase: Samtig-fruchtig, Rotwein, etwas säuerlich, würzig (Zimt).
Mund: Scharf und würzig (prickelnd) , frisch, süß.
Hals: Honig, scharf, würzig, dumpfe Sherry-Fruchtigkeit, bitter-pelzig auf der Zunge (Tannine), lange rund warmer Abgang.
Fazit: Für einen Blend ordentlich Sherry-lastig, insgesamt etwas leicht, aber sehr lecker!
anCnoc Highland Single Malt Scotch Whisky 16yo, 46%
Der Single Malt aus der Knockdhu Distillery fristet nicht nur bei uns eher ein Schattendasein, dabei gibt es ganz hervorragende unabhängige Abfüllungen davon. Die Originalabfüllungen hatte ich allerdings noch nie probiert.
Auge: Stroh.
Nase: Sehr würzig, dabei leicht säuerlich, Eiche, Vanille, Zitrus.
Mund: Prickelnde Würze, Zitrus, sehr warm und etwas cremig (Toffee).
Hals: Tief würzig und sehr warm mit einer schönen Fruchtigkeit.
Fazit: Leicht und lecker, eine schöner warmer Single Malt für jeden Tag.
anCnoc 1996 vintage, 46%
Limitiert auf weniger als 10.000 Flaschen in ausgewählten europäischen Ländern, weder gefiltert noch gefärbt.
Auge: Hellgolden, Champagnerfarben.
Nase: Süß, würzig, viel Vanille und Zimt, Sternanis
Mund: Frisch und süß, tolle Würze, sehr kräftig mit abgeriebenener Zitronenschale.
Hals: Zitrus, sehr würzig (leichter Torf?) mit deutlicher Frucht. Lang.
Fazit: Setzt noch mal Einen obendrauf, deutliche Steigerung gegenüber dem 12yo.
Vielen Dank an Lukasz für die Samples! Nächste Woche folgt die Fortsetzung mit drei Abfüllungen von Old Pulteney.
20. März 2011