Posts gespeichert unter 'Tasting-Notes'
Tschechien? Tschechien! 1989, der eiserne Vorhang begann sich gerade zu lüften, produzierte die Pradlo Distillery im Westen der Tschechoslowakei schon seit vielen Jahren qualitativ hochwertige Spirituosen, darunter auch Single Malt Whisky. Benannt wurde er nach einer alten Mühle von 1928, mit der das Malz gemahlen wurde. Verwendet wurden neben einheimischem Malz und klarem, böhmischen Wasser auch Eichenholzfässer aus heimischer Eiche. Durch die Wirren des Umbruchs wurden die Fässer vergessen und kamen erst 20 Jahre später wieder ans Tageslicht. Soviel zur Geschichte, nun folgen Tatsachen:
Hammerhead Czech Single Malt, 20yo, 40,7%
Ein Exot mit bisher erstaunlich guten Noten.
Auge: Schönes Gold, Perlenrand, Legs
Nase: Zurückhaltend, fruchtige Gummibären, süß
Mund: Frisch, wie Teflon-beschichtet (glatt, indifferent), leichte Würze
Hals: Jetzt vollere Frucht (hell), Vanille und leichte Würze, immer noch seltsam “glatt”, etwas bitter
Fazit: Naja, eigentlich gar kein schlechter Whisky. Was mich stört ist, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters keinerlei Angriffsfläche bietet. Er rinnt einfach so herunter und übrig bleibt nichts. Nett ihn probiert zu haben.
Den Hammerhead Single Malt Whisky könnt Ihr im UK bei World of Whiskies oder auch in Deutschland bei The Whisky Store kaufen.
Tschechien? Tschechien! 1989, der eiserne Vorhang begann sich gerade zu lüften, produzierte die Pradlo Distillery im Westen der Tschechoslowakei schon seit vielen Jahren qualitativ hochwertige Spirituosen, darunter auch Single Malt Whisky. Benannt wurde er nach einer alten Mühle von 1928, mit der das Malz gemahlen wurde. Verwendet wurden neben einheimischem Malz und klarem, böhmischen Wasser auch Eichenholzfässer aus heimischer Eiche. Durch die Wirren des Umbruchs wurden die Fässer vergessen und kamen erst 20 Jahre später wieder ans Tageslicht. Soviel zur Geschichte, nun folgen Tatsachen:
Hammerhead Czech Single Malt, 20yo, 40,7%
Ein Exot mit bisher erstaunlich guten Noten.
Auge: Schönes Gold, Perlenrand, Legs
Nase: Zurückhaltend, fruchtige Gummibären, süß
Mund: Frisch, wie Teflon-beschichtet (glatt, indifferent), leichte Würze
Hals: Jetzt vollere Frucht (hell), Vanille und leichte Würze, immer noch seltsam “glatt”, etwas bitter
Fazit: Naja, eigentlich gar kein schlechter Whisky. Was mich stört ist, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters keinerlei Angriffsfläche bietet. Er rinnt einfach so herunter und übrig bleibt nichts. Nett ihn probiert zu haben.
Den Hammerhead Single Malt Whisky könnt Ihr im UK bei World of Whiskies oder auch in Deutschland bei The Whisky Store kaufen.
27. Februar 2011
Für Wein sind sie weit verbreitet, bei Whisky noch eher die Ausnahme – Nosing Kits, mit denen man seine Nase trainieren und die einzelnen Aromen im Getränk identifizieren kann. Neben dem edlen, aber auch ziemlich teuren Scotch Whisky Aroma Nosing Kit aus Schottland gibt es nun auch eine einheimische und deutlich günstiger Variante:

Entwickelt hat es Dörthe Schwebke, Inhaberin von Tee & Whisky in Wildberg im Schwarzwald und Leiterin von Sensorik-Seminaren, unter anderem bei Chalet Dingler in Durlach (nächster Termin am 25.03.2011).
Der Name Origins of Flavour stammt aus dem Paper zu einer wissenschaftlichen Studie (*) über Aromen im Malt Whisky. Auf der eigens für das Nosingkit eingerichteten Website origins-of-flavour.com könnt Ihr euch nicht nur das Kit anschauen, sondern auch ein 28seitiges PDF-Booklet herunterladen, das wenig Fragen zum Thema offen lässt.
Weitere Infos sowie eine Bestellmöglichkeit findet Ihr im Online-Shop von Tee & Whisky: Das Nosing Kit Origins of Flavour mit 15 Aromen in einer Holzbox kostet 69,90 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versand.
(*) Lee, K.-Y. M.; Paterson, A.; Piggott, J. R.; Richardson, G. D.:
Origins of flavour in whiskies and a revised flavour wheel: a review
Journal of the Institute of Brewing. (2001, vol. 107, #5, pp. 287-313).
Für Wein sind sie weit verbreitet, bei Whisky noch eher die Ausnahme – Nosing Kits, mit denen man seine Nase trainieren und die einzelnen Aromen im Getränk identifizieren kann. Neben dem edlen, aber auch ziemlich teuren Scotch Whisky Aroma Nosing Kit aus Schottland gibt es nun auch eine einheimische und deutlich günstiger Variante:
Entwickelt hat es Dörthe Schwebke, Inhaberin von Tee & Whisky in Wildberg im Schwarzwald und Leiterin von Sensorik-Seminaren, unter anderem bei Chalet Dingler in Durlach (nächster Termin am 25.03.2011).
Der Name Origins of Flavour stammt aus dem Paper zu einer wissenschaftlichen Studie (*) über Aromen im Malt Whisky. Auf der eigens für das Nosingkit eingerichteten Website origins-of-flavour.com könnt Ihr euch nicht nur das Kit anschauen, sondern auch ein 28seitiges PDF-Booklet herunterladen, das wenig Fragen zum Thema offen lässt.
Weitere Infos sowie eine Bestellmöglichkeit findet Ihr im Online-Shop von Tee & Whisky: Das Nosing Kit Origins of Flavour mit 15 Aromen in einer Holzbox kostet 69,90 EUR inkl. MwSt. zzgl. Versand.
(*) Lee, K.-Y. M.; Paterson, A.; Piggott, J. R.; Richardson, G. D.:
Origins of flavour in whiskies and a revised flavour wheel: a review
Journal of the Institute of Brewing. (2001, vol. 107, #5, pp. 287-313).
13. Februar 2011
Der für diese Abfüllung namensgebende Gernot ist Mitglied der Maltisten Westfalen, die als „Grünhemden“ auf vielen deutschen Whiskymessen und insbesondere der heimischen Aquavitae unübersehbar sind.
Im vergangenen Jahr hat er sich an eine eigene Abfüllung gewagt und dabei gleich richtig zugeschlagen: Ein 31 Jahre alter Bunnahabhain, destilliert 1978, abgefüllt am 10.01.2010 aus einem Refill Sherry Cask mit stolzen 57,4%. Das Ganze natürlich ungefiltert und ungefärbt. Ganze 58 Flaschen wurden mit einem gelungenen Etikett versehen und ich konnte eine davon erwerben:
Auge: Tief golden mit einem wunderschönen Perlenrand.
Nase: Butter, Zimt, Nelken, süß und würzig, kitzelt in der Nase mehr eichig als torfig.
Mund: Kühl und pfeffrig, trocken-eichig, süß und cremig und sehr würzig. Nun deutlicher Torf.
Hals: Warm und würzig, Schokotoffee mit viel Gewürzen und sehr schön eingebundenem Torf mit Trockenfrüchten.
Eine Spitzenabfüllung! Sowohl der Torf als auch der Sherry sind eher zurückhaltend und lassen dem an sich eher leichten Spirit von Bunnahabhain genügend Raum, sich zu entfalten.
Der für diese Abfüllung namensgebende Gernot ist Mitglied der Maltisten Westfalen, die als „Grünhemden“ auf vielen deutschen Whiskymessen und insbesondere der heimischen Aquavitae unübersehbar sind.
Im vergangenen Jahr hat er sich an eine eigene Abfüllung gewagt und dabei gleich richtig zugeschlagen: Ein 31 Jahre alter Bunnahabhain, destilliert 1978, abgefüllt am 10.01.2010 aus einem Refill Sherry Cask mit stolzen 57,4%. Das Ganze natürlich ungefiltert und ungefärbt. Ganze 58 Flaschen wurden mit einem gelungenen Etikett versehen und ich konnte eine davon erwerben:
Auge: Tief golden mit einem wunderschönen Perlenrand.
Nase: Butter, Zimt, Nelken, süß und würzig, kitzelt in der Nase mehr eichig als torfig.
Mund: Kühl und pfeffrig, trocken-eichig, süß und cremig und sehr würzig. Nun deutlicher Torf.
Hals: Warm und würzig, Schokotoffee mit viel Gewürzen und sehr schön eingebundenem Torf mit Trockenfrüchten.
Eine Spitzenabfüllung! Sowohl der Torf als auch der Sherry sind eher zurückhaltend und lassen dem an sich eher leichten Spirit von Bunnahabhain genügend Raum, sich zu entfalten.
30. Januar 2011
Ein paar Tage vor Weihnachten brachte der Postbote ein Paket, das ich gar nicht bestellt hatte. Absender war Pernod Ricard Deutschland, was schon mal vielversprechend klang. Der Inhalt: Eine Schachtel mit drei Minis von The Glenlivet, 12, 15 und 18 Jahre alt, eine kleine Tüte mit drei kleinen Schoko-Trüffeln von Rausch, eine nette Grußkarte sowie ein Booklet, das unter dem Titel „Whisky & Schoklade“ Genuss in Vollendung versprach. Eine nette Überraschung!
Die Schoko-Trüffel haben nicht lange überlebt, sie waren wie zu erwarten sehr lecker und zudem mit 4% The Glenlivet Nadurra 16yo versetzt. Yummy!
Um die Minis richtig genießen zu können war ein kleiner Umweg in die Stadt nötig. Wenn das Booklet schon die Kombination Whisky & Schokolade empfiehlt, dann muss das auch richtig zelebriert werden. Also erst einmal die drei vorgeschlagenen Sorten der Rausch Plantagen Schokolade besorgt …
The Glenlivet 12yo, 40% mit Rausch Guácimo
Einer, wenn nicht DER klassische Speyside Whisky mit fruchtigen und blumigen Aromen, kombiniert mit einer dunklen Edel-Vollmilch aus Costa Rica.
Auge: Gelbgold, schöne Legs.
Nase: Sehr süß und würzig, hell fruchtig, Ananas.
Mund: Frisch und süß mit hellen Früchten und deutlicher trockener Eiche.
Hals: Rund, warm und süß mit würzig, kandierte Früchte.
Guácimo: Schön karamellige Vollmilch-Schokolade, passt mit der leichten Säure gut zum ebenfalls sanft säuerlichen Whisky und besitzt wie dieser eine fruchtige Note.
Fazit: Ein guter Start!
The Glenlivet 15yo, 40% mit Rausch El Cuador
Die French Oak Reserve mit ihrem Finish in französischen Limousin-Eichenfässern kombiniert mit einer 70%-Edelbitter aus Ecuador.
Auge: Rötliches Gold, schöne Legs.
Nase: Tiefe, aber frische Frucht, Zitrus, Vanille, Röstaromen.
Mund: Rund und voll, fruchtig-frisch.
Hals: Warm, tief fruchtig (aber frisch, nicht dumpf), Röstaromen, sahnig, lang.
El Cuador: Kräftig und dunkel, aber mild und blumig. Der leicht bittere Edelkakao kontrastiert sehr schön zur Frucht des Whiskys und hat ähnlich sahnige Noten.
Fazit: Es wird immer besser …
The Glenlivet 18yo, 43% mit Rausch Tobago
Ein erwachsener und sherrylastiger Whisky kombiniert mit einer 75%-Edelbitter von der Karibikinsel Tobago.
Auge: Tiefgolden, schöne Legs.
Nase: Holla, Birne mit getoastetem Holz, würzig im Geschmack, mild auf der Zunge.
Mund: Kühl, süß, würzig, viele Eiche und eher blumig, mit einer leichten Aprikosennote.
Hals: Warm, auf einmal kommt leichter Rauch hervor, etwas bitter, samtige Frucht und lang mit viel trockener Eiche.
Tobago: Die Schokolade hat eine sehr interessante Kaffeenote, wodurch sie extrem gut zu den rauchig-trockenen Eichen- und Fruchtnoten des Whiskys passt. Trotzdem eher mild.
Fazit: Ein toller Abschluss!
Dieses schöne Experiment zeigt wieder einmal, dass Whisky und Schokolade sehr gut zusammen passen – wenn man die richtigen Sorten verwendet. Blumige, fruchtige, säuerliche und rauchige Noten findet man eben nicht nur im Whisky, sondern genau so in der Schokolade.
Ich wünsche viel Spaß beim eigenen Experimentieren!
Ein paar Tage vor Weihnachten brachte der Postbote ein Paket, das ich gar nicht bestellt hatte. Absender war Pernod Ricard Deutschland, was schon mal vielversprechend klang. Der Inhalt: Eine Schachtel mit drei Minis von The Glenlivet, 12, 15 und 18 Jahre alt, eine kleine Tüte mit drei kleinen Schoko-Trüffeln von Rausch, eine nette Grußkarte sowie ein Booklet, das unter dem Titel „Whisky & Schoklade“ Genuss in Vollendung versprach. Eine nette Überraschung! :)
Die Schoko-Trüffel haben nicht lange überlebt, sie waren wie zu erwarten sehr lecker und zudem mit 4% The Glenlivet Nadurra 16yo versetzt. Yummy!
Um die Minis richtig genießen zu können war ein kleiner Umweg in die Stadt nötig. Wenn das Booklet schon die Kombination Whisky & Schokolade empfiehlt, dann muss das auch richtig zelebriert werden. Also erst einmal die drei vorgeschlagenen Sorten der Rausch Plantagen Schokolade besorgt …
The Glenlivet 12yo, 40% mit Rausch Guácimo
Einer, wenn nicht DER klassische Speyside Whisky mit fruchtigen und blumigen Aromen, kombiniert mit einer dunklen Edel-Vollmilch aus Costa Rica.
Auge: Gelbgold, schöne Legs.
Nase: Sehr süß und würzig, hell fruchtig, Ananas.
Mund: Frisch und süß mit hellen Früchten und deutlicher trockener Eiche.
Hals: Rund, warm und süß mit würzig, kandierte Früchte.
Guácimo: Schön karamellige Vollmilch-Schokolade, passt mit der leichten Säure gut zum ebenfalls sanft säuerlichen Whisky und besitzt wie dieser eine fruchtige Note.
Fazit: Ein guter Start!
The Glenlivet 15yo, 40% mit Rausch El Cuador
Die French Oak Reserve mit ihrem Finish in französischen Limousin-Eichenfässern kombiniert mit einer 70%-Edelbitter aus Ecuador.
Auge: Rötliches Gold, schöne Legs.
Nase: Tiefe, aber frische Frucht, Zitrus, Vanille, Röstaromen.
Mund: Rund und voll, fruchtig-frisch.
Hals: Warm, tief fruchtig (aber frisch, nicht dumpf), Röstaromen, sahnig, lang.
El Cuador: Kräftig und dunkel, aber mild und blumig. Der leicht bittere Edelkakao kontrastiert sehr schön zur Frucht des Whiskys und hat ähnlich sahnige Noten.
Fazit: Es wird immer besser …
The Glenlivet 18yo, 43% mit Rausch Tobago
Ein erwachsener und sherrylastiger Whisky kombiniert mit einer 75%-Edelbitter von der Karibikinsel Tobago.
Auge: Tiefgolden, schöne Legs.
Nase: Holla, Birne mit getoastetem Holz, würzig im Geschmack, mild auf der Zunge.
Mund: Kühl, süß, würzig, viele Eiche und eher blumig, mit einer leichten Aprikosennote.
Hals: Warm, auf einmal kommt leichter Rauch hervor, etwas bitter, samtige Frucht und lang mit viel trockener Eiche.
Tobago: Die Schokolade hat eine sehr interessante Kaffeenote, wodurch sie extrem gut zu den rauchig-trockenen Eichen- und Fruchtnoten des Whiskys passt. Trotzdem eher mild.
Fazit: Ein toller Abschluss!
Dieses schöne Experiment zeigt wieder einmal, dass Whisky und Schokolade sehr gut zusammen passen – wenn man die richtigen Sorten verwendet. Blumige, fruchtige, säuerliche und rauchige Noten findet man eben nicht nur im Whisky, sondern genau so in der Schokolade.
Ich wünsche viel Spaß beim eigenen Experimentieren!
23. Januar 2011
Im Jahr 2009 betrat mit Malts of Scotland aus Paderborn ein neuer unabhängiger Abfüller die Whisky-Szene. Da Inhaber Thomas Ewers bereits vorher im Fasshandel aktiv war lag es natürlich nahe, die Schätze auch unter eigenem Label abzufüllen. Mit 11 Abfüllungen startete die Reihe, inzwischen sind es über 60. Der Fasshandel ist weiterhin ein Teil des Angebots, unter anderem in Form der Range „Clubs“, bei der für Whisky-Clubs Fässer ausgewählt und mit Logo und Namen des Clubs abgefüllt werden.
Neu ist die Reihe Amazing Casks, die sich absoluten Spitzenabfüllungen widmet. Neben Thomas Evers ist an deren Auswahl auch Luc Timmermans, Gründer des belgischen Abfüllers Thosop, beteiligt (dessen Abfüllungen ebenfalls über Malts of Scotland erhältlich sind). Ohne Rücksicht auf Namen und Alter wird einzig nach Qualität ausgewählt. In unregelmäßigen Abständen soll es dabei maximal zwei Abfüllungen pro Jahr geben.
Gestartet ist die Reihe mit einem Bowmore von 1995 aus einem Bourbon Barrel mit der Nummer 177, den ich auf der Aquavitae in Essen probieren konnte:
Auge: Leicht trübes Gold.
Nase: Sehr würzig, leicht säuerlich, helle Frucht (Stachelbeeren?), Zimt, Vanille, Bratapfel.
Mund: Prickelnd und leicht salzig, Beeren, leichter Torf, wird sehr würzig und warm.
Hals: Zurückhaltender Torf mit Gummibeeren aus echtem Fruchtsaft und viel Süße. Mittellang.
Fazit: Ein sehr schönes Fass, das Anklänge an die alten Bowmores aus den 60ern weckt.
Ein viel versprechender Auftakt. Der Preis für den Bowmore 1995 liegt bei rund 90 €. Probieren konnte ich übrigens auch den Deanston 1977 von Thosop, der zu meinen Favoriten auf der Messe gehört hat. Leider mit rund 150 € nicht ganz billig, wenn es auch sicherlich wert.
Bezugsquellen findet Ihr auf der Website von Malts of Scotland.
Im Jahr 2009 betrat mit Malts of Scotland aus Paderborn ein neuer unabhängiger Abfüller die Whisky-Szene. Da Inhaber Thomas Ewers bereits vorher im Fasshandel aktiv war lag es natürlich nahe, die Schätze auch unter eigenem Label abzufüllen. Mit 11 Abfüllungen startete die Reihe, inzwischen sind es über 60. Der Fasshandel ist weiterhin ein Teil des Angebots, unter anderem in Form der Range „Clubs“, bei der für Whisky-Clubs Fässer ausgewählt und mit Logo und Namen des Clubs abgefüllt werden. Neu ist die Reihe Amazing Casks, die sich absoluten Spitzenabfüllungen widmet. Neben Thomas Evers ist an deren Auswahl auch Luc Timmermans, Gründer des belgischen Abfüllers Thosop, beteiligt (dessen Abfüllungen ebenfalls über Malts of Scotland erhältlich sind). Ohne Rücksicht auf Namen und Alter wird einzig nach Qualität ausgewählt. In unregelmäßigen Abständen soll es dabei maximal zwei Abfüllungen pro Jahr geben. Gestartet ist die Reihe mit einem Bowmore von 1995 aus einem Bourbon Barrel mit der Nummer 177, den ich auf der Aquavitae in Essen probieren konnte: Auge: Leicht trübes Gold.
Nase: Sehr würzig, leicht säuerlich, helle Frucht (Stachelbeeren?), Zimt, Vanille, Bratapfel.
Mund: Prickelnd und leicht salzig, Beeren, leichter Torf, wird sehr würzig und warm.
Hals: Zurückhaltender Torf mit Gummibeeren aus echtem Fruchtsaft und viel Süße. Mittellang.
Fazit: Ein sehr schönes Fass, das Anklänge an die alten Bowmores aus den 60ern weckt. Ein viel versprechender Auftakt. Der Preis für den Bowmore 1995 liegt bei rund 90 €. Probieren konnte ich übrigens auch den Deanston 1977 von Thosop, der zu meinen Favoriten auf der Messe gehört hat. Leider mit rund 150 € nicht ganz billig, wenn es auch sicherlich wert. Bezugsquellen findet Ihr auf der Website von Malts of Scotland.
09. Januar 2011