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Zurück zu den Anfängen: Highland Park 12 Jahre

Sonst bespreche ich hier ja eher ausgefallenere Abfüllungen, heute möchte ich Euch aber mal einen absoluten Standard vorstellen: Den Highland Park 12 Jahre mit 40%.

Highland-Park-12Mit ihm verbindet mich eine ganz besondere Beziehung, war es doch die erste Flasche Single Malt Whisky, die ich mir selbst gekauft habe. Das ist schon eine ganze Weile (gut 15 Jahre) her, damals war es noch die legendäre dicke runde Flasche mit Riesenkorken und unnachahmlichem Plopp beim Öffnen. Der Preis lag damals bei rund 30 DM, das waren noch Zeiten …

Heute liegt nicht nur der Preis deutlich höher, sondern auch die Flaschenform hat sich verändert. Seit einiger Zeit ist die Flasche flach und kommt in einer ebensolchen Verpackung daher, geblieben ist ein übergroßer Korken, wenn auch nicht mehr ganz so groß wie früher. Ob sich auch der Geschmack verändert hat ist ohne direkten Vergleich schwer zu sagen. Gut ist er auf jeden Fall nach wie vor:

Auge: Schönes sattes Gold (enthält Farbstoff!), ölige Legs.
Eyes: Nice and bright gold (contains E150), oily legs.
Nase: Schön rund und würzig, Heidehonog, Zimt, Bratapfel.
Nose: Mellow and spicy, heather honey, cinnamon, baked apple.
Mund: Sanft, Toffee, würzig, Heidehonig.
Mouth: Mellow, toffee, spicy, heather honey.
Hals: Rauchig und würzig, kräftige Kräuternote, Schokotoffee bleibt lange am Gaumen hängen.
Throat: Smoky and spicy with a herbal note, chocolate toffee sticks to the palate.
Fazit: Er ist und bleibt DER Allrounder, bietet zu einem günstigen Preis von allem etwas.
Conclusion: THE allrounder of single malts, with a great value for money.

Man sollte allerdings nicht verschweigen, dass ihm ein paar Prozent mehr ganz gut tun würden. Es gibt 5cl-Miniaturen mit 43% und auch im Travel Retail sind Abfüllungen mit 43% zu bekommen. Wer den 12er schon kennt, sollte sich auf jeden Fall auch mal den Highland Park 18 Jahre besorgen, der einen höheren Anteil an Sherry-Fässern enthält und schon mehrfach ausgezeichnet wurde.

Wer einfach nur einen guten Whisky trinken möchte, der ist auch mit dem Highland Park 12 Jahre mit 40% gut bedient. Besonders günstig gibt es ihn zum Erscheinungszeitpunkt dieses Artikels bei dasgibtesnureinmal.de für 24,99 EUR (zzgl. Versand).




21. März 2010

The Whisky Chamber Linkwood 1990-2008 (18yo), 46%

Thomas B. IdeSeit mehr als zwei Jahren bereichert The Whisky Chamber nun schon den Markt der unabhängigen Abfüller. Hinter der kleinen Firma aus Rheinfelden steckt der Whiskyliebhaber und Sammler Thomas B. Ide, der unter seinem Pseudonym Whisky-Igel auch in den einschlägigen Foren unterwegs ist und das Blog Home of Whisky betreibt und auch lokaler Vertreter der Scotch Malt Whisky Society Baden-Württemberg ist.

Die Abfüllungen stammen aus persönlich ausgesuchten Fässern und sind bei ausgesuchten Whisky-Händlern oder bei seinen immer zahlreicher werdenden eigenen Messeauftritten und natürlich auch bei ihm persönlich erhältlich. Zum Start seiner ersten Range hatte ich Ende 2007 schon einmal Tasting Notes im Whiskyfanblog veröffentlicht. Die aktuellen TWC-Abfüllungen findet Ihr auf seiner Website.

Begeistert hat mich dabei vor allem sein Linkwood aus einer von Diageos Speyside-Destillerien, deren Abfüllungen trotz recht hohen Ausstoßes vielen eher unbekannt sind, weil sie als Originalabfüllungen nur als 12jähriger Flora & Fauna sowie als teure Rare Malts erhältlich sind.

Linkwood 1990-2008 (18yo), 46%
Wie immer bei TWC in einer schönen dickwandigen und -bauchigen Flasche abgefüllt, die allerdings nur 0,5 Liter fasst. Das sollte man bei Preisvergleichen beachten ;)

The Whisky Chamber Linkwood 1990-2008 (1990), 46%Auge: Tiefgold, schöne Legs.
Nase: Weich, samtig, süß. Eigentlich hatte ich „Sherry-Früchte“ notiert – nur, es ist ein Bourbon Cask! Dann bleiben wir lieber bei den „Trockenfrüchten“ aus den Original-Tasting-Notes. Den von ihm geschmeckten Apfel habe ich eher nicht, dafür aber eine feine (Küchen-)Kräuternote.
Mund: Frisch, Vanille, leichtes Salz und dezente Frucht mit wieder dieser Kräuternote im Hintergrund.
Hals: Nun kommt auch leichte Eiche (Rauch/Holz) ins Spiel, die Frucht wird deutlicher und der Abgang ist lang und anhaltend, immer begleitet von der dezenten Kräuternote.

Fazit: Eine tolle Abfüllung die deutlich zeigt, dass es nicht immer Sherry-Fässer sein müssen. Wo ein solches den eher leichten Stoff wohl erschlagen hätte, bringt das Bourbon-Fass eine deutliche Süße und trotzdem eine kräftige Note und Farbe mit sich. Leider habe ich die Standardabfüllung noch nie getrunken, werde das zum Vergleich aber wohl demnächst mal nachholen.

Vom Linkwood gibt es übrigens nur 90 Flaschen zum Preis von 53 € (UVP). Also überlegt es Euch nicht zu lange …




07. Februar 2010

Das beste aus zwei Welten: Amrut Fusion

Die Single Malts der indischen Destillerie Amrut bereichern schon seit einiger Zeit den internationalen Whisky-Markt. Zum Standard-Sortiment gehören dabei eine ungetorfte und eine getorfte Ausführung, beide sowohl in Trinkstärke mit 46% als auch in Cask Strength mit über 60% erhältlich. Dazu gibt es auch unabhängige Abfüllungen, zum Beispiel von Blackadder. In diesem Jahr sind zwei neue Originalabfüllungen mit interessanten Hintergrundgeschichten dazugekommen: Der Amrut Fusion mit 50% und der Amrut Two Continents mit 46%.

Beim Amrut Fusion wurde jeweils zur Hälfte ungetorftes indisches und getorftes schottisches Malz verarbeitet und getrennt voneinander destilliert und gelagert. In der Destillerie in Bangalore auf rund 1000m Höhe und im indischen Klima reift der Whisky sehr schnell und verdunstet leider noch schneller, weshalb er recht jung abgefüllt wird. Das ihm das nicht schadet, zeigen die Silbermedaille bei den Malt Maniacs Awards 2009 sowie die Bewertung von Jim Murray, der ihm 97 Punkte und zudem den Titel „World’s Third Best Whisky“ gegeben hat. Nun ja, der gute Jim ist in letzter Zeit sehr enthusiastisch, was die Bewertung von nicht-schottischen Whiskies angeht. Nichts desto trotz, ganz unrecht hat er nicht – zumal der Stoff nur rund 35€ kostet und damit ein fast unschlagbares Preis-Leistungverhältnis aufweist!

Der Amrut Two Continents liegt preislich mit rund 60 € deutlich höher, wurde dafür aber auch von Bangalore aus 9000 km nach Europa verfrachtet und reift dort im kühleren Klima nochmals nach. Viel schlechtere Bewertungen hat er dafür auch nicht erhalten.

Probieren konnte ich selbst bisher nur den Amrut Fusion, dessen Tasting Notes ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Amrut Fusion, 46%
Single Malt Whisky aged in oak barrels, product of India. Batch No. 01, July 2009

Auge: Hell, Stroh, viele Legs.
Eyes: Bright, straw, legs galore.
Nase: Wahnsinn. Zimt vermischt mit Torf. Weihnachten auf Islay. Nelken.
Nose: Stunning. Cinnamon mixed with peat. Christmas on Islay. Cloves.
Mund: Getorfter Zuckersirup mit Zimt und Nelken. Brilliant!
Mouth: Peated sugar syrup with cinnamon and cloves. Brilliant!
Hals: Süßer Torf mit viel Würze, eher leicht, das aber lange anhaltend.
Throat: Sweet peat with lots of spices, rather light, but long lasting.
Fazit: Er trägt seine Auszeichnungen und hohen Bewertungen völlig zu recht. Kaufen!
Conclusion: Buy it! It is worth every single point and medal. Literally “price-worthy”.

Als Abschluss möchte ich Euch noch auf ein Posting im Whisky Whisky Whisky Forum hinweisen, wo ein User mit namen raz mazunga Fotos der Destillerie gepostet hat. Besonders interessant finde ich die gekachelten Wash Backs, die eher an ein Schwimmbad erinnern, sowie das Schild am Zaun, auf dem jeden Monat die aktuellen Verbrauchszahlen veröffentlicht werden. Wäre doch auch was für europäische Umweltschutzauflagen, oder?




bisher 2 Kommentare 10. Januar 2010

Whisky Communities: Geselliges Weihnachtsfest mit Whiskyfreunden

Weihnachten – das Fest der Liebe, der Geselligkeit, des Familienstreits und der (ab)brennenden Christbäume. Wer nach dem ganzen festlichen Brimborium über die Feiertag in gemütlicher Runde seinem Lieblingshobby frönen will, der bekommt auch dazu Gelegenheit. Neben den vielen Whisky-Foren gibt es auch zwei große Whisky-Communities, in denen man nach bekannten und unbekannten Abfüllungen stöbern, diese Bewerten und sich mit anderen Usern austauschen kann.

WHISKYBASEWHISKYBASE ist die ältere der beiden und war im letzten Jahr schon mal Gegenstand eines Berichts im Whiskyfanblog. Wie der Name schon sagt ist es hauptsächlich als Datenbank gedacht, in der die Bewertungen der Mitglieder gesammelt und gegenübergestellt werden. Das Ganze wurde von der Whisky-Gemeinde relativ begeistert aufgenommen und so hat Whiskybase inzwischen über 1000 Mitglieder, die zusammen unglaubliche 12.000 Abfüllungen bewertet haben. Dazu kommt, dass man sich sowohl Wunschlisten als auch eine virtuelle Sammlung zusammenstellen und das anderen Usern zeigen kann, auch außerhalb der Anwendung durch entsprechende Buttons. In diesem Jahr gab es außerdem die erste Abfüllung exklusiv für Mitglieder von Whiskybase, einen Laphroaig 10yo Cask Strength. ( www.whiskybase.com / www.twitter.com/whiskybase )

ConnosrConnosr – The Whisky Social Network folgt einem ähnlichen Prinzip, kommt aber deutlich “webzwonulliger” daher. Das meine ich sowohl optisch als auch durch die vielen Funktionen. Man kann sich einen Pool an “Freunden” zusammenstellen und neue einladen, in einem “Whisky Wall” genannten Forum diskutieren, eigene Twitter-Feeds einbinden und so weiter. Es gibt eine interessante Tag-Wolke mit den in den Bewertungen meist genutzen Begriffen, durch die man besonders schnell ähnliche Abfüllungen finden kann. Und es gibt natürlich auch eine optimierte Version für das iPhone … nein, keine App. In kürzerer Zeit haben sich bei Connosr schon fast doppelt so viele User wie bei Whiskybase angemeldet, allerdings gibt es noch weit weniger Reviews. Viele melden sich halt einfach mal zum schauen an und kommen dann nicht dazu, das Ganze auch mit Inhalten zu füllen. Mich leider eingeschlossen, aber was nicht ist, kann ja noch werden. ( www.connosr.com / www.twitter.com/connosr )

Wenn Ihr über die Feiertage Zeit habt, schaut doch mal rein! Ansonsten wünsche ich Euch frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr und verabschiede mich in außerdem die Winterpause. Man liest sich in 2010!




bisher 3 Kommentare 24. Dezember 2009

Peated Single Malt Irish Whiskey: Connemara Sherry Finish 46%

Connemara Peated Sherry FinishDie Iren sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. In diesem Fall ist das  positiv gemeint. Lange Jahre kannte man aus Irland nur irgendwelche halbgaren Blends wie den Tullamore Dew oder Jameson (das war noch der beste) sowie ungefährliche Bushmills-Abfüllungen.

Der unabhängigen Destillerie Cooley ist es zu verdanken, dass sich das geändert hat. Bei einem Irish-Whiskey-Tasting in Hetzbach im Frühjahr 2009 durfte ich mich davon überzeugen und auch vom Connemara Peated Cask Strength war ich sehr angetan.

Als davon nun vor Kurzem eine limitierte (naja, immerhin 10.000 Flaschen …) Abfüllung mit Sherry Finish auf dem Markt kam, konnte ich nicht widerstehen und habe es nicht bereut:

Connemara Sherry Finish Peated Single Malt Irish Whiskey, 46%
Limited Edition Small Batch Collection ohne Altersangabe.

Auge: Golden mit einem rötlichen Schimmer, sehr ölig, läuft gut ab.
Eyes: Golden with a hint of red, very oily, lots of legs.
Nase: Dunkle Trockenfrüchte, samtig, süßer Torf, blumig und würzig (Nelken?).
Nose: Dark dry fuits, velvety, sweet peat, flowery and spicy (cloves?).
Mund: Frisch, kühl und sanft, würziger Torf und Pfeffer.
Mouth: Fresh, cool and mellow, spicy peat and pepper.
Hals: Klasse! Pfeffer, trockener Torf, Trockenfrüchte und eine lang anhaltende Süße.
Throat: Great! Pepper, dry peat, dry fruits and a long lasting sweetness.

Well done folks! Dazu kommt noch der Preis von 50€, was für einen „jungen Wilden“ zwar auch genug, angesichts der Leistung aber angemessen ist.

Erhältlich beim Händler Eures Vertrauens oder im TasteWhiskeyShop. Dort findet Ihr seit Kurzem übrigens auch die wirklich lohnenswerten Abfüllungen von James MacArthur, deren Deutschland-Vertrieb TasteWhiskey übernommen haben. Schaut mal rein!




20. Dezember 2009

Seite 5 von 9123456789

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