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Zwei Glenrothes: Robur Reserve und Old Malt Cask 1985

Heute möchte ich Euch zwei sehr unterschiedliche Abfüllungen eines klassischen Speysiders vorstellen:

The Glenrothes Robur Reserve (c) theglenrothes.comGlenrothes Robur Reserve, 40%
Eine Originalabfüllung, speziell für den Duty-Free-Verkauf auf den internationalen Flughäfen abgefüllt, günstig zu haben für 49,99 € in der 1-Liter-Flasche. Der Name kommt von der lateinischen Bezeichnung Quercus Robur für die europäische Eiche und verweist auf die Verwendung von spanischen first fill Sherry Casks. Auf dem Etikett steht: „Dried fruits, mellow, sweet & spicy“.

Auge: Schönes, klares Gold, ölig, Legs.
Nase: Dumpf und verschlossen, würzig, fast schon Nelken o.ä., feuchtes Holz.
Mund: Frisch, weich, cremiges Toffee, Karamell.
Hals: Zitronig, würzig, weich mit leicht rauchigen Tönen, lang und süß.
Fazit: Gut, aber sehr „mellow“. Mit mehr Umdrehungen wäre er wohl interessanter (und teurer).

Glenrothes 1985 Old Malt Cask (c) Jörg BechtoldGlenrothes DL OMC 17yo (Dec. 1985-Sept. 2003), 50%
Eine Abfüllung von Douglas Laing aus der Serie The Old Malt Cask, eine von 581 Flaschen aus Cask DL Ref 544. Ein klassisches Beispiel dessen, was man ein „Dark Sherry Bottling“ nennt.

Auge: Tiefes Rotbraun, ölig, Legs.
Nase: Tiefdunkle Frucht, Rauch, Holz, Rosinen.
Mund: Erstaunlich frisch, kräftig, eichig, sehr dunkle Bitterschokolade mit Trockenfrüchten und Rosinen.
Hals: Wohlig warm mit leicht verbranntem Holz und viel dunkler Fruchtsüße, hinterläßt ein lange anhanltendes prickelndes, pelziges Gefühl.
Fazit: Ein erstaunlich frischer Dark Sherry ohne die sonst oft störenden Holznoten, dafür mit viel Frucht.

Es ist immer wieder toll, wie unterschiedlich zwei Abfüllungen ein aus und der selben Brennerei sein können! Weitere Infos findet Ihr auf den Websites von Glenrothes und Douglas Laing oder auf der deutschen Glenrothes Ambassador Seite.




29. März 2009

malt’n'more: Whisky-Pralinen mit Club-Abfüllungen

Vergangene Woche habe ich den Whisky-Club malt’n'more e.V. in Waldbronn bei Karlsruhe besucht. Eingeladen hatte mich Schatzmeister Stefan Schneeberger als Reaktion auf meinen Artikel über die Tiroler Edle Whisky Edition von Anfang Februar.

Der Vorstand von malt'n'more in seinem Clubraum (c) malt-n-more.deDer seit 2006 bestehende Club ist nicht nur sehr aktiv in Sachen Tastings und Whisky-Menüs, sondern hat auch bereits seine zweite Club-Abfüllung am Start, einen 10jährigen Aultmore Single Cask (Cask 2618, 1998-2008, 55%), der wie schon die erste Abfüllung in Kooperation mit Macgregor’s Whisky Cellar in Sinsheim entstanden ist. Von diesen beiden Abfüllungen haben sie nun ein paar Flaschen geopfert um zusammen mit Konditor Mario Köhler aus Ubstadt-Weiher Whisky-Pralinen herzustellen. Im Clubraum im Dachgeschoss des Lindenbräu in Waldbronn-Reichenbach durfte ich sie zusammen mit der aktuellen Club-Abfüllung in Augenschein nehmen und natürlich auch probieren.

Der Aultmore ist ein hervorragendes Beispiel für eine tolle Abfüllung einer eher unbekannten Brennerei. Der Sherry-Einfluss schlägt sich zwar stark in Farbe und fruchtigem Geschmack nieder, aber ohne den sonst oft störenden holzig-verbrannnten Nachgeschmack, den viele Sherry-Fässer hinterlassen. Entsprechend gut passt der Whisky auch zur Schokolade.

Die Aultmore-Pralinen (c) whiskyfanblog.deDie Pralinen sind mit viel Liebe gemachte, klassische Trüffel in runder fester Schokohülle mit cremiger Füllung, die den Whisky deutlich spüren lässt. In der 4er-Packung befinden sich immer zwei helle Trüffel mit einem Deckel, auf dem das Club-Logo aufgedruckt ist sowie zwei dunkle Trüffel, die mit Goldstaub bepudert sind. Der transparente Deckel bringt das Ganze entsprechend zur Geltung. Dazu gibt es noch eine zweite Sorte mit der ersten Club-Abfüllung, einem ebenfalls 10jährigen Islay Heavily Peated aus einer nicht genannten Brennerei. Torf und Schokolade? Aber ja, das geht wunderbar!

Weitere Infos über die Club-Abfüllung und die Whisky-Pralinen bekommt Ihr auf der Website von malt’n'more unter dem Menüpunkt Club-Shop. Der Aultmore kostet 54 € (Mitglieder 49 €), die Pralinen pro Sorte im 4er-Pack 6 € (Mitglieder 4 €).




08. März 2009

Need for Peat: Ardbeg Blasda Lightly Peated vs. Connemara Peated Cask Strength

Zugegeben – der Vergleich ist nicht ganz fair, handelt es sich beim Ardbeg Blasda doch um einen nur leicht getorften Vertreter seiner Islay-Zunft und das auch noch mit nur 40%, während der Connemara Peated für einen Iren überraschend torfig ist und mit 57,9% daher kommt. Trotzdem haben beide was gemeinsam, und zwar einen citrusartigen Grundcharakter, der sonst oft genug vom Torf überdeckt wird. Also ran an den Speck:

Ardbeg Blasda (c) ardbeg.comArdbeg Blasda Lightly Peated 40%
Mit nur 8 ppm (parts per million) getorft statt der sonst üblichen 50 ppm.

Auge: Leicht grünstichiges blaßgelb, sehr ölig.
Nase: Grün, unreif, säuerlich und grasig, süß und leicht feuchter Torf.
Mund: Kühl, citrus, süß aber auch prickelnd und säuerlich.
Hals: Deutlicher Torf, Süße, Citrus. Eigentlich typisch Ardbeg, aber alles nicht sehr ausgeprägt.
Fazit: Ein wenig jung, ein wenig schwach, er steht ein wenig blaß da (sorry, der musste sein).

Connemara Cask Strength (c) connemarawhiskey.comConnemara Peated Cask Strength, 57,9%
Ein untypischer, weil getorfter Ire, den es auch in 40% ohne Altersangabe sowie als 12jährigen gibt.

Auge: Sehr heller Weißwein (oder gelblich gefärbtes Wasser), Legs galore.
Nase: Citrus, schön trockener Torf, blumig, frisch und hell.
Mund: Sehr süß, fast schon Zuckerwasser, Citrus, kaum Schärfe, etwas Pfeffer.
Hals: Süß, zitronig (säuerlich) und torfig. Die Süße bleibt, der Torf verfliegt recht schnell.
Fazit: Auch lecker. Wie alter Ardbeg zum lutschen. Mit Wasser noch süßer und zitroniger.

Jetzt mal Butter bei die Fische: Beide Malts kosten praktisch das Gleiche, nämlich um 40 EUR. Dafür bietet der Connemara dem Torfliebhaber einfach mehr: Mehr trockenen Torf, mehr Süße, mehr Citrus, mehr Prozente. Und während der Blasda eben nur ein unreifer, kastrierter Ardbeg ist, ist der Connemara einfach mal was anderes. Man kann ihn nicht sammeln und nicht mit ihm angeben, aber man kann ihn sehr gut trinken!

Mehr Infos zu den beiden Single Malts findet Ihr auf den Websites von Ardbeg und Connemara.




08. Februar 2009

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