Der doppelte Nikka: Pure Malt Red und Pure Malt Black
13.Juni 2010
Der japanische Whiskymarkt wird von zwei großen Konzernen, Suntory und Nikka, beherrscht. Suntory ist dabei der weitaus größere der beiden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass Nikka unter den europäischen Whiskyfreunden mehr Anerkennung genießt. Das könnte daran liegen, dass gerade ältere Nikka-Abfüllungen aus Single Casks oft recht torfig ausfallen und damit näher am Islay-gestählten deutschen Geschmack liegen. Ich selbst bin eigentlich eher ein Fan des meist sherrylastigen Suntory Yamazaki und vor allem des selteneren Karuizawa, dessen Destillerie inzwischen zum (dritten) Bier- und Spirituosenkonzern Kirin gehört.
Relativ neu auf dem deutschen Markt sind die drei Nikka Pure Malts. Neben den beiden hier besprochenen Abfüllungen Red und Black gibt es noch den White, der ein Blend aus Malts von Yoichi und Islay ist. Allen gemeinsam ist die tolle Optik der 0,5-Liter-Flasche und ein Charakter, der einem den Einstieg in die japanischen Whiskies leicht macht:
Nikka Pure Malt Red, 43%
Hier wurden haupsächlich Malts aus Nikkas Miyagikyou-Destillerie verwendet, was dem ganzen einen leichten und süßen Charakter verleiht.
Auge: Golden, sehr ölig, schöne Legs.
Nase: Süß und würzig, viel Vanille, Zimt, ein wenig bittere Nelken.
Mund: Frisch, süß und cremig, ein wenig alkoholisch, Toffee.
Hals: Süß und würzig, mit deutlichem Alkohol, etwas Schoko, mittellang.
Fazit: Ein sehr nett zu trinkender Whisky für jeden Tag. Er verträgt sogar noch etwas Wasser, wird dann noch süßer und cremiger.
Niika Pure Malt Black, 43%
Die Abfüllung enthält Malts aus Nikkas Yoichi-Destillerie, vermischt mit schottischen Malts.
Auge: Vom Pure Malt Red nicht zu unterscheiden.
Nase: Scharf und pfeffrig, Torfrauch, warm und tief würzig.
Mund: Dunkle Schoko mit Pfeffer, Tannenhonig, recht trocken und scharf.
Hals: Kurzer, scharf-pfeffriger Abgang, bei dem außer der Schärfe recht wenig hängen bleibt.
Fazit: Das schwarze Schaf der Familie, ganz anders als der rote Bruder. Auch er wird mit Wasser besser, verliert gegen den Red aber ganz klar.
Beide Pure Malts kosten um die 30 €, allerdings sind es auch nur halbe Liter! Für ähnliches Geld gibt es auch den Nikka from the Barrel, der bei den World Whiskies Awards 2007 den Titel als Best Japanese Blended Whisky gewann. Auch er kommt als halber Liter, allerdings in Fassstärke (51,4%). Traut Euch!
Alle drei Nikka Pure Malts sowie den Nikka From The Barrel bekommt Ihr unter anderem bei Rum & Co oder natürlich beim Händler Eures Vertrauens. Wenn Ihr mehr über japanischen Whisky erfahren wollt, empfehle ich Euch das Buch Japanese Whisky von Ulf Buxrud (leider nur in englisch).
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http://www.liquids-and-more.de Gisela Burwitz
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http://www.whiskyfanblog.de/ Jörg Bechtold






