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Kanadische Whisky-Destillerie Macaloney’s erwägt Handelsbeschwerde bei der EU wegen Drohung der SWA

Macaloneys Caledonian award winning whiskies
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Die preis­ge­krön­te kana­di­sche Craft-Whis­ky-Bren­ne­rei Macaloney’s Cale­do­ni­an Distil­le­ry (Macaloney’s) erwägt eine Han­dels­be­schwer­de gegen die Ver­su­che der Scotch Whis­ky Asso­cia­ti­on (SWA), den Zugang zum deut­schen Whis­ky­markt zu blockieren.

Die SWA hat den deut­schen Ver­triebs­händ­lern von Macaloney’s mit einer Kla­ge gedroht, falls sie die Ein­fuhr von Macaloney’s ‚Cana­di­an Best‘ Sin­gle Malt Whis­kys (aus­ge­zeich­net von World Whis­kies Awards) nicht ein­stel­len. Infol­ge­des­sen wur­de die Ein­fuhr aus­ge­setzt. Die­se Anfech­tung wäre ein Novum im Rechts­streit zwi­schen SWA und Macaloney’s und wür­de den Zugang der inter­na­tio­na­len Ver­brau­cher zu inter­na­tio­nal aner­kann­tem kana­di­schem Craft Whis­ky gefährden.

Macaloneys Caledonian award winning whiskies

Offi­zi­ell geht es in dem Rechts­streit dar­um, dass der SWA Macaloney’s dar­an hin­dern will, den Namen sei­nes Grün­ders, ‚Maca­lo­ney‘, und die Wör­ter ‚Island‘, ‚Glen­loy‘, ‚Inver­mal­lie‘, ‚Cale­do­ni­an‘ und ande­re in sei­nem Whis­ky-Bran­ding zu ver­wen­den, weil sie nach Ansicht des SWA ‚an Schott­land erin­nern‘. Wäh­rend­des­sen ver­mark­tet DIAGEO, das drei Sit­ze im SWA-Ver­wal­tungs­rat inne­hat, wei­ter­hin sei­ne indi­schen Whis­kys mit den Namen Bag­pi­per und McDo­wells (ein stol­zer schot­ti­scher Name). Zuvor hat­te die SWA einen ähn­li­chen Rechts­streit im Jahr 2012 ver­lo­ren, als kana­di­sche Gerich­te nach neun Jah­ren Rechts­streit zuguns­ten von Glen Bre­ton Whis­ky aus der Gleno­ra-Bren­ne­rei in Nova Sco­tia entschieden.

Nach­dem die SWA im April eine kana­di­sche Kla­ge gegen Macaloney’s ein­ge­reicht hat­te, reagier­ten Whis­ky­spe­zia­lis­ten und Ver­brau­cher schnell. Es wur­den bereits rund 1.000 Beschwer­de­brie­fe gegen die pro­tek­tio­nis­ti­schen Maß­nah­men des SWA ver­schickt. Wäh­rend Macaloney’s eine förm­li­che Beschwer­de bei den deut­schen und den EU-Han­dels­kom­mis­sa­ren wegen der Straf­prak­ti­ken des SWA in Erwä­gung zieht, bemüht sich das Unter­neh­men um eine Anglei­chung der Wett­be­werbs­be­din­gun­gen durch öffent­li­ches Enga­ge­ment. Wer Macaloney’s unter­stüt­zen möch­te, fin­det ein Peti­ti­ons­schrei­ben unter www.MCaledonian.com. Es gibt auch eine neue Blog­sei­te unter www.ScotchWhiskyArrogance.com mit dem Hash­tag #Scotch­Whis­ky­Ar­ro­gan­ce, auf der Teil­neh­mer der sozia­len Medi­en ihre Unter­stüt­zung zum Aus­druck brin­gen können.

Graeme Maca­lo­ney PhD, der Grün­der und Whis­ky­ma­cher von Macaloney’s und ein Ex-Schot­te, ist ent­schlos­sen, dass die Ver­su­che, den Zugang zum wach­sen­den euro­päi­schen Markt zu ver­hin­dern, kei­nen Bestand haben wer­den und stellt sich auf einen Kampf David gegen Goli­ath mit der SWA ein.

Dr. Maca­lo­ney, der offi­zi­el­le His­to­ri­ker oder „Sean­chaidh“ sei­nes Clans in Kana­da, hat sei­ne Whis­kys Glen­loy und Inver­mal­lie nach Orten benannt, an denen sein Clan seit mehr als 1.000 Jah­ren lebt. Kein ande­rer Whis­ky hat jemals die­se Namen ver­wen­det. Maca­lo­neys Bren­ne­rei trägt den Namen Cale­do­ni­an, der von vie­len Unter­neh­men in Bri­tisch-Kolum­bi­en ver­wen­det wird, nach dem ursprüng­li­chen Namen, den die schot­ti­schen Sied­ler der Pro­vinz gaben. Er sagte:

„Ich habe jedes Recht, unser Erbe zu fei­ern. Die­se Art der Bestra­fung durch die SWA, deren Vor­stand von den vier größ­ten schot­ti­schen mul­ti­na­tio­na­len Kon­zer­nen kon­trol­liert wird, kann nicht hin­ge­nom­men wer­den. Die Behaup­tung, dass Glen, ein ursprüng­lich iri­sches Wort, das inter­na­tio­nal von Schot­ten und der iri­schen Dia­spo­ra ver­wen­det wird, unan­ge­mes­sen sei, führt dazu, dass inter­na­tio­na­len Ver­brau­chern der Zugang zu unse­ren ‚Cana­di­an Best‘-Whiskys Glen­loy und Inver­mal­lie ver­wehrt wird“.

Auch unab­hän­gi­ge Whis­ky-Kom­men­ta­to­ren mel­den ihre Unter­stüt­zung für Macaloney’s an. Der schot­ti­sche Whis­ky-Exper­te Ralfy Mit­chell ver­trat die Ansicht, dass die SWA eine „kul­tu­rel­le Aneig­nung zum Nut­zen einer ein­zi­gen Bran­che“ betrei­be. Er sag­te, dass Macaloney’s „beweist, dass es auf der Welt bes­se­re Whis­kys gibt als schottische…“.

Dr. Maca­lo­ney füg­te hin­zu: „Der hand­werk­li­che Sek­tor kommt der schot­ti­schen Indus­trie zugu­te, indem er die Ver­brau­cher vor Ort an Whis­ky her­an­führt, was unwei­ger­lich dazu führt, dass sie vie­le schot­ti­sche Whis­ky­sor­ten ken­nen­ler­nen – dem steht gegen­über, dass Ricard Per­nod (2 SWA-Rats­sit­ze und Eigen­tü­mer von Jameson’s Whis­ky, einem stol­zen schot­ti­schen Namen) mit einer 150-Mil­lio­nen-Dol­lar-Inves­ti­ti­on schot­ti­sche Her­stel­lungs­an­la­gen und Know-how in die Volks­re­pu­blik Chi­na trans­fe­riert hat“.

Domi­nic Ros­krow, ein her­aus­ra­gen­der bri­ti­scher Whis­ky-Autor, hat sich eben­falls gegen das Vor­ge­hen der SWA aus­ge­spro­chen und erklärt: „Als ich eine Craft Distil­lers‘ Alli­an­ce grün­de­te, sag­ten Sie (die SWA), dass, wenn wir Steu­er­erleich­te­run­gen für klei­ne­re Bren­ne­rei­en anstreb­ten, die SWA uns jah­re­lang in Rechts­strei­tig­kei­ten ver­wi­ckeln wür­de. Seit­dem haben vie­le inter­na­tio­na­le Gerichts­bar­kei­ten Steu­er­erleich­te­run­gen eingeführt.“

Dr. Maca­lo­ney fügt hin­zu: „Seit 2005 gab es in Schott­land nur etwa 16 neue Bren­ne­rei­en, wäh­rend im glei­chen Zeit­raum in den USA eine explo­si­ons­ar­ti­ge Zunah­me von 2.000 hand­werk­li­chen Bren­ne­rei­en zu ver­zeich­nen war, was zum Teil auf die Steu­er­erleich­te­run­gen für das Hand­werk zurück­zu­füh­ren ist.“

Als er 2016 anfing, wand­te sich Maca­lo­ney pro­ak­tiv an die SWA, um die Ein­hal­tung der von ihr ver­öf­fent­lich­ten Eti­ket­tie­rungs­richt­li­ni­en sicher­zu­stel­len. Er hat für sei­ne kana­di­schen Whis­kys nie den geo­gra­fi­schen Indi­ka­tor „Scotch“ verwendet.

Kürz­lich schlug er dem SWA vor, gemein­sam an einer aktua­li­sier­ten Eti­ket­tie­rungs­richt­li­nie zu arbei­ten, um dem expo­nen­ti­ell wach­sen­den Hand­werks­sek­tor eine kla­re, trans­pa­ren­te und ein­heit­li­che Eti­ket­tie­rungs­richt­li­nie zu ver­mit­teln. Dies wür­de es DIAGEO und Ricard Per­nod ermög­li­chen, ihre Mar­ken­na­men Bag­pi­per & McDo­wells Indian und Jame­son Irish Whis­ky zu ver­wen­den (die nach den der­zei­ti­gen SWA-Defi­ni­tio­nen als „an Schott­land erin­nernd“ gel­ten), und den iri­schen Ursprung vie­ler gäli­scher Namen wie „Glen“ und „Inver“ für die Ver­wen­dung durch Schot­ten und die iri­sche Dia­spo­ra in der Neu­en Welt zu berück­sich­ti­gen. Dr. Maca­lo­ney hat auch ange­bo­ten, mit dem SWA zusam­men­zu­ar­bei­ten, um dies über die nord­ame­ri­ka­ni­schen Han­dels­or­ga­ni­sa­tio­nen für hand­werk­li­che Destil­la­ti­on zu kommunizieren.

(Pres­se­mit­tei­lung, übersetzt)