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Unabhängige Iren: The Quiet Man Irish Whiskey

The Quiet Man 8 Jahre Single Malt Whiskey
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In der iri­schen Whis­key-Indus­trie tut sich gera­de einen gan­ze Men­ge. Es wer­den so vie­le neue Destil­le­rien geplant und gebaut, das man schnell den Über­blick ver­lie­ren kann. Im Fahr­was­ser des schot­ti­schen Sin­gle Mal­ts schickt sich der Irish Whis­key an, wie­der zu alter Grö­ße zurück­zu­fin­den. Bis zur Pro­hi­bi­ti­on war er der belieb­tes­te Whis­key in Ame­ri­ka, was ange­sichts des oft leich­te­ren und mas­sen­taug­li­che­ren Geschmacks (im Ver­gleich zum Scotch) auch nicht ver­wun­dert. Was man bis­her noch recht sel­ten fin­det sind ech­te unab­hän­gi­ge Irish Whis­keys, die nicht ent­we­der zu einem der gro­ßen Destil­le­rie-Kon­glo­me­ra­te gehö­ren oder gleich von schot­ti­schen Fir­men abfüllt werden.

Mit The Quiet Man betritt nun ein neu­er Spie­ler das Par­kett. Dahin­ter steckt die Fir­ma Niche Drinks, die auch ande­re Din­ge wie Likör und Irish Cof­fee Kap­seln her­stellt. In der Nähe von Lon­don­der­ry bau­en sie eine Craft Destil­le­rie, die 2016 mit der Pro­duk­ti­on star­ten soll. In der Zwi­schen­zeit haben sie zwei Abfül­lun­gen auf den Markt gebracht, die schon mal sehr viel­ver­spre­chend sind:

The Quiet Man Tra­di­tio­nal Whis­key, 40%

The Quiet Man Traditional WhiskeyEin Tra­di­tio­nel­ler Blen­ded Pot Still Whis­key, der mit den Klas­si­kern von Jame­son mehr als mit­hal­ten kann. Hell­gelb und in der Nase wür­zig-süß, mit schnap­si­ger Bana­ne und Zitrus­no­ten. Im Mund weich und süß, etwas alko­ho­lisch, leicht und mal­zig. Der Abgang ist dann durch­aus kräf­tig und pri­ckelnd-wür­zig und gar nicht mehr so süß, da kom­men dann die Cerea­li­en-Noten der unge­mälz­ten Gers­te voll durch. Gut!

The Quiet Man 8 Jah­re Sin­gle Malt Whis­key, 40%

The Quiet Man 8 Jahre Single Malt WhiskeyDer Sin­gle Malt hat ein deut­lich sat­te­res Geld, ist in der Nase leicht säu­er­lich und wein­ar­tig, aber mit viel Vanil­le und exo­ti­schen Gewür­zen als Basis. Im Mund wie­der weich und süß mit cre­mi­gem Tof­fee und But­ters­cotch. Der Abgang ist süß und wür­zig, ange­neh­mer als beim Blend, aber auch mit leicht säu­er­li­chen Noten von Sta­chel­bee­ren. Gefällt mir sehr gut!

Dazu gibt es eine schö­ne Geschich­te von Destil­le­rie-Mana­ger Ciaran Mul­g­rew, die sich auch auf der (noch etwas rudi­men­tä­ren) Web­site fin­det:

Mein Vater war ein Bar­kee­per, der über 50 Jah­re in Bars und Pubs in und um Bel­fast arbei­te­te. Manch­mal hat er mich mit zur Arbeit genom­men, so wuchs ich mit der Lie­be zu den Gerü­chen und den Klän­gen der Bar auf, dem Geläch­ter und dem Geruch des Bie­res und des Whis­keys. Vor allem des Whis­keys. Nun mache ich mei­nen eige­nen Whis­key und habe ihn nach mei­nem Vater benannt. In 50 Jah­ren als Bar­kee­per hat er vie­le Din­ge gese­hen und vie­le Geschich­ten gehört, aber wie alle guten Bar­kee­per, hat er nie eine der Geschich­ten wei­ter­erzählt. Mein Vater, John Mul­g­rew. „The Quiet Man“ oder wie man auf irisch sagt… „An Fear Ciuin“.

The Quiet Man wird in Deutsch­land durch Irish Whis­keys ver­trie­ben. Vie­len Dank für die Samples!


Jörg Bechtold beschäftigt sich seit Ende der 90er Jahre mit Single Malt Whisky. Auf mehreren Reisen nach Schottland hat er Land und Leute kennengelernt sowie viele Destillerien besucht. 2002 hatte er die WHISKYFANPAGE.DE begründet, seit 2006 schreibt er dieses Blog und ist außerdem als Referent für Whisky-Tastings tätig.