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Mit Roe & Co voll im Trend: Diageo trifft mit Irish Whiskey den Nerv der Zeit

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The Spi­rit of Roe & Co: Dia­geo bringt den Zeit­geist in die Fla­sche und launcht den ers­ten iri­schen Whis­key im Premium-Segment

Saf­tig grü­ne Wie­sen, viel Regen, dunk­le Pubs und noch dunk­le­res Bier – zu den typi­schen Irland-Kli­schees mag man ste­hen wie man will, eines jedoch scheint unstrit­tig: Nach Trend­set­ter klingt das nicht. Bis jetzt. Denn der Drink du jour kommt aus­ge­rech­net von der Insel, auf der mehr Scha­fe woh­nen als Men­schen: Iri­scher Whis­key erlebt der­zeit einen Boom.

Jahr­zehn­te­lang abge­hängt, zeigt sich nun eine Kehrt­wen­de: In den letz­ten zehn Jah­ren ist der welt­wei­te Absatz um 300% gestie­gen. Beson­ders hohe Wachs­tums­ra­ten gibt es dabei im Pre­mi­um-Seg­ment, aller­dings gilt der Bereich bis­lang als unter­ent­wi­ckelt. Die­se Lücke will Dia­geo nun schlie­ßen und bringt zum ers­ten Mal einen exklu­si­ven Irish Whis­key-Blend auf den Markt. Zeit­gleich kün­digt der welt­weit ope­rie­ren­de Her­stel­ler von erst­klas­si­gen Spi­ri­tuo­sen an, 25 Mil­lio­nen in die Grün­dung einer Whis­key Destil­le­rie am St. James‘s Gate zu inves­tie­ren, dem his­to­ri­schen Whis­key-Drei­eck in Dublin.

Roe & Co besteht aus einer hand­ver­le­se­nen Kom­bi­na­ti­on iri­scher Malz- und Mais­whis­keys und wird in Bour­bon-Fäs­sern gereift. Der ele­gan­te Pre­mi­um-Blend besitzt die typi­sche Geschmei­dig­keit eines iri­schen Whis­keys und ver­fügt gleich­zei­tig über eine bemer­kens­wer­te Tie­fe im Geschmack. Head of Whis­key Out­re­ach und Whis­key Exper­te Nick Mor­gan: „Im Entrée ist Roe & Co ange­nehm sah­nig mit Noten von zar­ter Schär­fe, geschmol­ze­nem Zucker und Spu­ren von hol­zi­ger Vanil­le. Die sam­ti­ge Tex­tur und die Aro­men von rezen­ten Bir­nen und sanf­ter Vanil­le machen die Qua­li­tät des Blends und die per­fekt aus­ta­rier­te Balan­ce sofort spür­bar. Der Abgang ist mild, aber woh­lig nach­klin­gend – eine leich­te Sah­nig­keit wie­der­um voll­endet den Geschmack.“

Der Whis­key ist nicht käl­te­ge­fil­tert, hat mit 45% Vol. einen höhe­ren Alko­hol­ge­halt als üblich und eig­net sich sowohl als Cock­tail-Zutat als auch für den puren Genuss. Roe & Co wird vor­aus­sicht­lich ab April in Deutsch­land und Öster­reich erhält­lich sein.

Warum (irischer) Whiskey? Drei Gründe für Roe & Co

Whis­key bedeu­tet Kon­ti­nui­tät: Je unsi­che­rer die all­ge­mei­ne Welt­la­ge, des­to stär­ker wächst das Bedürf­nis nach Tra­di­ti­on und Kon­ti­nui­tät. Roe & Co knüpft aus­drück­lich an eine lan­ge, erfolg­rei­che His­to­rie an. Der Name geht zurück auf Geor­ge Roe, einst ein welt­be­rühm­ter Whis­key­bren­ner. Im 19. Jahr­hun­dert trug Roe ent­schei­dend dazu bei, dass der iri­sche Whis­key damals eine wahr­haft gol­de­ne Ära durch­leb­te. Die Destil­le­rie Geor­ge Roe and Co war aber nicht nur Irlands größ­ter Whis­key Expor­teur, son­dern auch der direk­te Nach­bar der Braue­rei Guin­ness, dem ande­ren gro­ßen Platz­hir­schen in Dub­lins his­to­ri­schem Braue­rei-und Destil­le­rien-Vier­tel. Wegen der Pro­hi­bi­ti­on in Ame­ri­ka und güns­ti­ge­rer Kon­kur­renz aus Schott­land muss­te die tra­di­ti­ons­rei­che Bren­ne­rei 1926 schlie­ßen. Heu­te erin­nern ledig­lich noch eine Wind­müh­le und ein Birn­baum an die glor­rei­che Vergangenheit.

Neue Krea­tio­nen machen neu­gie­rig: Gene­rell ist iri­scher Whis­key süßer und mil­der als sein schot­ti­scher Kon­kur­rent. Außer­dem sind jün­ge­re Men­schen häu­fig expe­ri­men­tier­freu­di­ger. Sie zei­gen sich offen für neue inter­es­san­te Geschmacks­kom­bi­na­tio­nen und sind auf der Suche nach einem Abgren­zungs­merk­mal zu Vor­gän­ger­ge­nera­tio­nen, die meist zu Gin oder Blen­ded Scotch grif­fen. Auch Bar­kee­per freu­en sich über neue Blends, die sich sowohl für tra­di­tio­nel­le als auch für moder­ne Cock­tails eignen.

Klas­se statt Mas­se: In Zei­ten, in denen stän­dig alles ver­füg­bar ist, ver­liert Über­fluss sei­nen Reiz. Statt­des­sen beschrän­ken sich Kon­su­men­ten heut­zu­ta­ge ver­stärkt auf weni­ge beson­de­re Pro­duk­te, die qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig sind. Roe & Co ist gezielt im Pre­mi­um-Seg­ment ange­sie­delt. Über zwei Jah­re lang tes­te­te Caro­li­ne Mar­tin, Mas­ter Blen­der bei Dia­geo mit ihrem Team akri­bisch jede ein­zel­ne Sor­te; berück­sich­tigt wur­den aus­schließ­lich die bes­ten Bestän­de iri­scher Whis­keys. So ist die­ser beson­de­re Whis­key aus ins­ge­samt über 100 Pro­to­ty­pen entstanden.

Vor die­sem Hin­ter­grund hat sich Dia­geo ent­schie­den, das ehe­ma­li­ge Guin­ness-Gebäu­de zu einer neu­en Destil­le­rie umzu­bau­en. Die neue St. James’s Gate Bren­ne­rei wird damit nur einen Stein­wurf vom ehe­ma­li­gen Roe and Co-Gebäu­de ent­fernt sein und vor­aus­sicht­lich im ers­ten Halb­jahr 2019 ihren Betrieb auf­neh­men. Colin O’Brien, Direc­tor Ope­ra­ti­ons für UK und Irland: „Als direk­te Nach­barn über hun­dert Jah­re haben Geor­ge Roe and Co und Guin­ness Dub­lins his­to­ri­sches Bren­ne­rei­en-Vier­tel ent­schei­dend mit­ge­stal­tet. Mit der neu­en Destil­le­rie wol­len wir die­ses rei­che Erbe wei­ter fortführen.“

(Pres­se­mit­tei­lung Diageo)


Jörg Bechtold beschäftigt sich seit Ende der 90er Jahre mit Single Malt Whisky. Auf mehreren Reisen nach Schottland hat er Land und Leute kennengelernt sowie viele Destillerien besucht. 2002 hatte er die WHISKYFANPAGE.DE begründet, seit 2006 schreibt er dieses Blog und ist außerdem als Referent für Whisky-Tastings tätig.