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Im Südwesten was Neues: Whisky-Factory – Mix your own Whisky

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Die Brü­der Tobi­as und Ste­fan Dir­schna­bel haben in mei­ner Hei­mat­stadt Karls­ru­he etwas ein­zig­ar­ti­ges auf die Bei­ne gestellt. Als ein­zi­ges Unter­neh­men deutsch­land­weit kann man sich bei ihrer Whis­ky-Fac­to­ry aus hoch­wer­ti­gen Grund­be­stand­tei­len einen eige­nen Blend zusammenstellen.

Zur Ver­fü­gung ste­hen zwei Fla­schen­grö­ßen zu 700 oder 350 ml, in Schrit­ten zu 10 ml kann man aus einem Sin­gle Grain Whis­ky und bis zu sechs Sin­gle Mal­ts wäh­len. Die­se sind nach ihrem Basis­ge­schmack benannt: Fruch­tig, Sweet, Sher­ry, Smo­ky, Sea und Strong. Die Prei­se lie­gen um 1 € pro 10 ml.

Zum Test durf­te ich mir eine 350 ml-Fla­sche zusam­men­stel­len. Mei­ne Wahl fiel auf Basic, Fruch­tig und Sher­ry zu je 100 ml und 50 ml Smo­ky. Das Ergeb­nis wur­de zwei Tage spä­ter gelie­fert und ist mehr als trink­bar, wobei die 50 ml Smo­ky deut­li­cher zu spü­ren sind als gedacht. Vor der Bestel­lung kann man sei­nem Erzeug­nis auch noch einen Namen geben und sei­nen eige­nen Namen (oder den des Emp­fän­gers) aufs Eti­kett dru­cken las­sen, was sich natür­lich per­fekt als Geschenk eignet.

Die 350 ml-Fla­sche hät­te mich mit Ver­sand 36,55 € gekos­tet, was einer­seits natür­lich dem Preis eines Ein­stei­ger-Mal­ts in 0,7 Liter ent­spricht, aber wo bekommt man schon sei­nen eige­nen Blend in so schö­ner Optik?

Einen Tipp der Macher von Whis­ky-Fac­to­ry gebe ich an die­ser Stel­le ger­ne wei­ter: Nehmt lie­ber weni­ger als mehr Bestand­tei­le. Und seid vor­sich­tig mit den kräf­ti­ge­ren Antei­len – kom­mer­zi­el­le Blends ent­hal­ten nicht von unge­fähr meist min­des­tens 50% Grain Whis­ky, der dem Blend die Süße gibt. Auch ein klei­ner Anteil von Rauch schlägt kräf­tig durch und nicht jeder steht auf Torfbomben!

Ech­te Mas­ter Blen­der sind Meis­ter ihres Fachs, die wie Par­fu­m­eu­re aus ein­zel­nen Aro­men ihre Blends erstel­len. Bekann­te Mar­ken wie John­nie Wal­ker, Ball­an­ti­nes, Dimp­le und Co. ent­hal­ten oft 30–40 Sin­gle Mal­ts (und bie­ten neben den güns­ti­gen Blends für den Mas­sen­markt auch hoch­wer­ti­ge Abfül­lun­gen). Aber auch Mischun­gen von nur zwei oder drei Grains und Mal­ts kön­nen tol­le Ergeb­nis­se brin­gen, wie uns neue Fir­men wie Com­pass Box (wie­der) näher gebracht haben.

Vie­len Dank für die Mög­lich­keit, mei­nen eige­nen Test blen­den zu dürfen!


Jörg Bechtold beschäftigt sich seit Ende der 90er Jahre mit Single Malt Whisky. Auf mehreren Reisen nach Schottland hat er Land und Leute kennengelernt sowie viele Destillerien besucht. 2002 hatte er die WHISKYFANPAGE.DE begründet, seit 2006 schreibt er dieses Blog und ist außerdem als Referent für Whisky-Tastings tätig.