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Unberührt: Kilian Five – eine Seltenheit


Von Ernie – Ernst J. Scheiner, The Gateway to Distilleries

Sankt Kilian Distillers stehen für eine beispielhafte Innovation auf dem deutschen und internationalen Whisky-Markt. Master Distiller und Geschäftsführer Mario Rudolf kann aus dem Vollen schöpfen. In den Lagerhäusern der Brennerei und der nahen Bunker City reifen die rauchig und nichtrauchig doppelt in schottischen Brennblasen mit irischer Reflux-Pipe gebrannten Spirits in einer breiten Vielfalt in über 200 verschiedenen Fasstypen. Herkunft, Vorbelegung, Gebindegrößen und Holzarten erlauben dem Kilian-Team experimentelle Wege, die zu neuen überraschenden aromatischen und geschmacklichen Erfahrungen führen. Es entstehen Whiskys, die in ihrer Vielfalt kaum eine deutsche Brennerei im Portfolio hat.

Investor und Betriebseigner Andreas Thümmler, er stammt aus Rüdenau dem Sitz der Brennerei, arbeitet zielführend an den Strategien bester deutscher Whisky-Hersteller zu werden. Der Whisky-Begeisterte schafft den vertrauensvollen Rahmen in dem Master Distiller und Destillateure kreativ wirken können. Die bisherigen St. Kilian Signature Editionen sowie die Distillery only Bottlings belegen den richtigen Ansatz. Die kritische Rezeption der Fachleute war durchweg positiv.

Innovativ ist nicht nur das Fassmanagement. Als nachhaltiges Ergebnis einer Fachexkursion deutscher und österreichischer Brenner unter der Leitung des Autors zu den Tonelerias in Montilla und Jerez initiierte kürzlich Mario Rudolf auf begeisternde Art und Weise ein Sherry-Likörwein-Experiment. Ziel ist es, herauszufinden wie sich in welchen Fasskulturen der rauchige und nichtrauchige Spirit über eine unbestimmte Reifezeit entfaltet.

„Von den folgenden fünf Tonelerias mit den dazugehörigen Bodegas haben wir vor kurzem eine LKW-Ladung an tollen Fässern direkt aus Andalusien erhalten:

  • Toneleria Tevasa Jerez – Bodegas Baron Sanlúcar de Barrameda
  • Toneleria Hudo Jerez – Bodegas Williams & Humbert Jerez
  • Toneleria del Sur (Casknolia) Montilla – Bodegas Xeranthia Jerez und Bodega Malaga Virgen Malaga
  • Toneleria Juan Pino Montilla – Bodegas Sanchez Romate Jerez
  • Toneleria Rodriguez Montilla – Bodegas Navarro und Rodriguez Montilla.“

Von diesen weltweit unter Whisky-Macher geschätzten Küfereien und Bodegas wählte der Kilian-Brennmeister mit Oloroso- und Pedro Ximenez-Likörweinen vorbelegte Fässer aus. Von der Küferrei Tevasa in Jerez kamen sogar die eher seltenen, mit Manzanilla – trockener Sherry – vorbelegten Fässer aus dem atlantischen Sanlúcar de Barrameda aus dem berühmten Sherry-Dreieck nach Rüdenau an den Main.

Virgin Oak…formt den neuen Kilian

Die aktuelle, zum deutschen Whisky Tag 2020, herausgegebene St. Kilian Signature Edition FIVE reifte über drei Jahre in fünf verschiedenen jungfräulich-frischen Eichenfässern zu einer aromatisch attraktiven und herausfordernden Komposition heran.

Rudolf stolz: „Weiche, runde Aromen und ein milder Geschmack von feinwürziger Eiche vermitteln das Gefühl eines erfrischenden Waldspaziergangs.“

Das Vatting ist ein Ergebnis aus fünf verschiedenen geografischen Destinationen der Eichenfässer. Sie stammen von Küfereien aus Ungarn, der Pfalz (Eder) und aus Amerika (ISCO).

Der Kilian Single Malt Whisky “Made in Germany” wurde aus 100% reinem Gerstenmalz der fränkischen Mälzerei Weyermann hergestellt. Eine lange Gärzeit garantierte Fruchtigkeit, der hohe Reflux und eine schonende doppelte Destillation in kupfernen schottischen Brennblasen formte einen aromatischen und sauberen Spirit, der im milden Klima des Odenwalds schnell zu einem Whisky heranreifte.

Rudolf wählte für die Cuvée Whiskys ausschließlich jungfräuliche, also nicht vorbelegte Eichenholzfässer aus, die aromatisch und geschmacklich die Kilian Spirits differenziert in kurzer Zeit prägten:

  • 34 % aus einem 190 l-Fass, amerikanische Weiß-Eiche
  • 26 % aus einem 190 l-Fass, europäische Eiche
  • 20 % aus einem 200 l-Fass, ein spezieller Hybridfassbau aus amerikanischen und französischen Eichendauben
  • 13 % aus einem 50 l-Fass, Pfälzer Eiche
  • 7 % aus einem 100 l-Fass, ungarische Eiche

Wie schmeckt der neue Kilian Five?

Im Rona-Glas entbietet die neueste Kreation eine Bernsteinfarbe mit rötlichen Reflexen. Kräftige, aber nicht abträgliche Alkoholeindrücke strömen in die Nase, gefolgt von einem Bündel süßer – exotischer – Fruchtnoten dunkler Früchte. Man glaubt, frisch gepressten Quittensaft zu riechen. Dazu gesellen sich ein dezentes Holzaroma, das von einer kräftigen würzigen Kräuternote und frischen Ingwertönen begleitet wird. Der Alkohol ist sehr gut eingebunden und keinesfalls dominant auf der Zunge. Ausgeprägte nachhaltige Süße und eine geschmeidige Öligkeit machen den Fiver trotz der hohen Alkoholkonzentration süffig. Sein Abgang ist trocken. Vanille hallt dezent nach. Spannend und harmonisch ausgewogen präsentiert Master Distiller und Blender Rudolf einen neuen Kilian-Whisky, der aufgrund seiner Originalität der Fassreifen einen internationalen Seltenheitswert hat. Ein Genuss. Er schmeckt ohne die Zugabe von Wasser köstlich. Der Five ist lecker und gefällt. Bei Wasser verliert der Single Malt etwas die spannenden Charakter-gebenden würzigen Noten. Selbstverständlich wurde der Kilian Five nicht mit Zuckerkulör gefärbt und nicht kühlfiltriert.

Der hohe Alkoholgehalt von 52,5 % vol. verleiht dem auf 6 000 Flaschen limitierten Whisky eine hohe aromatische Strahlkraft.

Rudolf: „Destilliert wurde der Malt zwischen Oktober 2016 und April 2017. Die Melange entstand im April 2020.“

Das Ergebnis ist ein deutscher Whisky mit hohem Seltenheitswert.

Der Kilian Five ist als Miniatur erhältlich in einer 0,05 l -Flasche. Bezug in der Brennerei und im Fachhandel. Preisempfehlung 39,90 Euro / Flasche 0,5 l. Ab 27. Juni 2020 am Deutschen Whisky Tag erhältlich.

Die Samples wurden von St. Kilian Distillers bereitgestellt.


Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries und hat über 140 Destillerien fotografisch von innen dokumentiert sowie ihre Produktion beschrieben. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit Whisky und publiziert in englisch- und deutschsprachigen Blogs sowie Magazinen über schottische und irische Destillerien. Als Whisk(e)y-Botschafter führt er Tasting-Kollegs und Studienreisen für Einrichtungen der Erwachsenenbildung sowie für das EBZ Irland durch.

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