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Bei meinem Arbeitgeber haben wir dieses Jahr zu Weihnachten gewichtelt (mit Kenntnis der zu bewichtelnden) und ich habe ein Whisky-Buch abbekommen: Slàinte – Das Whisky Geschenkbuch von Bastian Palmersheim.
Im Nachwort verspricht der Autor, Anmerkungen und Kritik entgegenzunehmen und daran zu wachsen. Hold my Dram!
Das Buch ist von Amazon Distribution gedruckt und nicht nur das Cover, sondern auch alle enthaltenen Bilder sind ganz offensichtlich von KI erstellt worden. Da sie sowieso eher Deko als sinnvoll für den Inhalt sind, hätte man sie auch gleich weglassen können.
Passend dazu gibt der Autor schon im Vorwort zu, dass die Beweggründe zum Buch „mehr kommerzieller als künstlerischer Art“ waren. Und, dass die Geschichten bis auf die erste „vollkommen erstunken und erlogen und darüber hinaus arg konstruiert“ sind. „Ich bin nur eben kein Jim Murray und auch kein Horst Lüning“ schreibt er und übersieht dabei, dass beides eigentlich ein Vorteil ist.
Dass die Geschichten erfunden sind, ist ja nicht das Problem, das haben Bücher so an sich. Das arg konstruierte schon eher und ja, das fällt beim Lesen auf. Die erste Geschichte aus einer Bonner Bar ist ganz nett, hat viel Lokalkolorit und begleitet den Ich-Erzähler beim Absacken mit ein paar Drams. Punktabzüge gibt es für folgenden (gekürzten) Dialog:
„Also gut. Ick verstehe. Dann geben Sie mir bitte eine gute Irish Whisky mit Eis.“ (sagt eine Britin)
„Einen guten irischen Whisky gibt es meiner Kenntnis nach nicht. (…)“
Mal abgesehen von der in diesem Zusammenhang falschen Schreibweise des Getränkenamens mag das persönliche Meinung sein, spricht aber nicht gerade für die Sachkenntnis des Wirts. Die zwischen den Geschichten auftauchenden „harten Fakten“ schreiben den Irish Whiskey dann übrigens richtig mit e, dafür den Rhye falsch mit h.
Die zweite Geschichte über einen aus dem Ruder gelaufenen Hochzeitstag ist dann schon arg konstruiert, aber man war ja vorgewarnt. Die folgende Trivia – nett. Die dritte Geschichte – sehr blutig. Darauf braucht man dann erst mal einen Whisky, begleitet von der folgenden Playlist und ein paar Filmen mit Whiskybezug. Dann folgt noch eine Einkaufsliste mit bunt zusammengewürfelten Whisk(e)ys aus aller Welt und eine Anleitung für eigene Tastings. Zum Schluss noch ein paar Flachwitze.
Das ist weder Fisch noch Fleisch. Die Storys halbgar, die Fakten halbrichtig, der Rest so lala. Immerhin war der Autor schon im Vorwort ehrlich und man bekommt in etwa das, was man nach dem ersten Eindruck erwartet hat.
Von Bastian Palmersheim gibt es übrigens noch drei weitere Bücher auf Amazon: Zwei Kinderbücher (hoffentlich weniger blutig) und ein „Songwriter-Notebook für kreative Gitarristen“ (hoffentlich kreativer). Alle zwar mit guten, aber recht wenigen Bewertungen. Daneben hat er unter ohrensive.de noch einen Hörbuchverlag.


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