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Rückblick: Whiskymesse Rüsselsheim 2013

Gewölbekeller
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Zwei Wochen ist die Whis­ky­mes­se Rüs­sels­heim nun schon wie­der her, die­ses Wochen­en­de ist die Aqua­vi­tae in Mül­heim und in zwei Wochen fol­gen die Whis­ky & Tob­ac­co Days in Hof­heim. Ein straf­fes Pro­gramm und genau auf hal­ber Stre­cke setzt mich ein grip­pa­ler Infekt außer Betrieb. Statt viel Zeit über Fei­er- und Brü­cken­tag für neue Arti­kel lag ich mit Fie­ber im Bett und so gab es die letz­ten Tage im Blog lei­der nur Pres­se­mit­tei­lun­gen zu lesen.

GewölbekellerNun kom­me ich end­lich dazu, auf die Whis­ky­mes­se Rüs­sels­heim zurück zu bli­cken. In die­sem Jahr war es schon die fünf­te Aus­ga­be, die am 28. und 29. Sep­tem­ber im Kreuz­ge­wöl­be der alten Fes­tung am Main statt­fan­den. Eine viel idea­le­re Loca­ti­on für eine Whis­ky­mes­se gibt es eigent­lich nicht. Vom Bahn­hof aus pro­blem­los in 10 min. zu Fuß zu errei­chen, trotz­dem so abge­le­gen, dass auch ein Piper in vol­ler Laut­stär­ke los­trö­ten kann, ohne die Anwoh­ner zu ver­schre­cken. Moder­ne Toi­let­ten, eine Gar­de­ro­be, ein Schank­raum und eige­ne Räu­me für die Tas­tings über den Hof. Der Kel­ler selbst ein altes Kreuz­ge­wöl­be aus Back­stei­nen, lang und breit genug für alle Aus­stel­ler, die man so bequem in einer Run­de über­bli­cken kann.

Mr. & Mrs. WhiskyIn den letz­ten Jah­ren haben sich die sel­ben Aus­stel­ler ja mehr oder weni­ger über alle Whis­ky­mes­sen aus­ge­brei­tet, so dass man schon vor­her weiß, was einen erwar­tet. Stamm­gast in Rüs­sels­heim ist natür­lich Micha­el Reck­hard ali­as Mr. Whis­ky, der auch tra­di­tio­nell die Mes­se­ab­fül­lung stellt. In die­sem Jahr ein Glen­bur­gie von 1983 aus einem Bour­bon Bar­rel mit 56,2%, limi­tiert auf 100 Fla­schen. Der Preis von 90 € war sicher­lich ange­mes­sen, aller­dings war er mir ein wenig zu „unrund“ für sein hohes Alter.

Ollie Mühlmann & Gerd SchmerschneiderHän­gen geblie­ben bin ich zuerst am Stand von Gerd Schmer­schnei­der und Olli Mühl­mann, ange­tre­ten unter dem neu­en und pro­gram­ma­ti­schen Label WHISKY OR DIE. Die Expe­ri­men­tal-Bott­lings vom Com­pass Box Gre­at King Street (eines sher­ry­las­tig, eines tor­fig), der (die?) Com­pass Box Deli­lah (sehr rund!), die Vor­ab-Ver­si­on des „Whis­ky or die“-Bourbons (yeah!) und ein schwe­di­scher Hven (erschre­ckend gut!) bil­de­ten auf jeden Fall eine gute Grund­la­ge. Zwi­schen­drin schau­te mal kurz Diet­mar Schulz von Alba Import vor­bei und spen­dier­te einen Armorik New Make, der mit sei­nen 70% die Grund­la­ge noch erweiterte.

Mareike Spitzer von Irish WhiskeyDann zu Marei­ke Spit­zer von Irish Whis­keys und dort end­lich mal die bei­den Tee­ling pro­biert, über die ich im Blog schon berich­tet hat­te: Den Small Batch Blen­ded Pot Still mit 46% und den Sin­gle Cask mit 57% aus einem Bour­bon-Fass. Bei­den gemein­sam ist ein sehr min­zi­ger Grund­cha­rak­ter und erstaun­li­cher­wei­se ver­trägt der Blend eher Was­ser als das Sin­gle Cask. Auf jeden Fall sehr inter­es­sant und vor allem mal wie­der was Neues.

The Whisky CaskEinen län­ge­ren Besuch war mir dann auch der Stand von The Whis­ky Cask wert, vor allem wegen deren groß­ar­ti­gen Rum-Abfül­lun­gen. Die­se hei­ßen dann, wer hät­te es gedacht, The Rum Cask und sind nicht von schlech­ten Eltern. Begeis­tert hat mich am Ende ein Gre­na­da Sin­gle Cask Rum, 9 Jah­re, 68,4%. Wenn der ers­te Schock über die fast 70% mal ver­klun­gen ist, kom­men wun­der­voll-exo­ti­sche Pas­si­ons­früch­te durch. Auch die Halb­li­ter­fla­schen kom­men mir sehr ent­ge­gen, da ich zwar ger­ne Rum trin­ke, aber eben doch nicht so häu­fig wie Whisky.

Den Rest des Tages habe ich dann noch an den Stän­den von C&S Dram und The Whis­ky Cham­ber ver­bracht, davon wer­de ich Euch aber erst berich­ten, wenn ich in Hof­heim die rest­li­chen neu­en Abfül­lun­gen pro­biert habe. Dann wer­de ich sicher auch noch­mal bei Andy McN­eill von Cel­tic Events vor­bei schau­en und die neu­en Cooper’s Choice tes­ten sowie bei Tas­te Whis­key die Abfül­lun­gen von James McArthur.

Ernies StandEinen eige­nen Stand hat­te übri­gens auch mein Co-Autor Ernie – Ernst Schei­ner, von dem auch alle Fotos die­ses Bei­trags stam­men. Er hat dort (nicht nur, aber auch) unse­re KulTour in die Spey­si­de 2014 vor­ge­stellt und ist auf viel Inter­es­se gesto­ßen. Und wie sieht es bei Euch aus?


Jörg Bechtold beschäftigt sich seit Ende der 90er Jahre mit Single Malt Whisky. Auf mehreren Reisen nach Schottland hat er Land und Leute kennengelernt sowie viele Destillerien besucht. 2002 hatte er die WHISKYFANPAGE.DE begründet, seit 2006 schreibt er dieses Blog und ist außerdem als Referent für Whisky-Tastings tätig.