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Whiskystats Insights Report 2026 H1: Der Sekundärmarkt für Whisky zeigt Anzeichen einer Stabilisierung

Whiskystats 2026 H1 Report
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(Stand von: 12. Novem­ber 2025 17:24 – Details)
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Der Sekun­där­markt für Whis­ky könn­te sich an einem Wen­de­punkt befin­den. Das geht aus dem aktu­el­len Whis­kystats Insights Report 2026 H1 her­vor, der heu­te ver­öf­fent­licht wur­de. Der Bericht mit dem Titel „Is Whis­ky Approa­ching Its Tur­ning Point?“ lie­fert wich­ti­ge Daten für Samm­ler und Inves­to­ren und zeigt, dass die Han­dels­wer­te ihren lang anhal­ten­den Abwärts­trend gestoppt haben. Aller­dings ist das Wachs­tum stark pola­ri­siert: Wäh­rend die Ein­stiegs- und Ultra-Pre­mi­um-Seg­men­te boo­men, kämpft der Mit­tel­feld­be­reich mit Rückgängen.

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Ein möglicher Wendepunkt

Nach einem deut­li­chen Markt­ein­bruch im April 2026 bot das zwei­te Quar­tal einen Hoff­nungs­schim­mer. Zum ers­ten Mal seit dem Markt­gip­fel 2022 über­stieg der Han­dels­wert im zwei­ten Quar­tal 2026 den Vor­jah­res­ver­gleich und erreich­te die Mar­ke von 25 Mil­lio­nen Euro. Dies deu­tet dar­auf hin, dass der anhal­ten­de Rück­gang der Prei­se auf dem Sekun­där­markt mög­li­cher­wei­se sei­nen Tief­punkt erreicht hat.

Doch die­ser Anstieg wird vor allem von den abso­lu­ten Spit­zen des Samm­ler­mark­tes getra­gen. Ähn­lich wie im Kunst­markt, wo bei den New Yor­ker Früh­lings­auk­tio­nen im Mai 2026 Rekord­um­sät­ze erzielt wur­den, ver­zeich­ne­te auch der Whis­ky­markt neue Auk­ti­ons­re­kor­de. Ein her­aus­ra­gen­des Bei­spiel ist der Yama­za­ki 50-year-old Club Nat­su­me, der für über 900.000 Euro ver­kauft wur­de – ein neu­er Rekord für japa­ni­schen Whisky.

Die „Sanduhrenwirtschaft“ im Whiskymarkt

Eine genaue­re Betrach­tung der Han­dels­wer­te und ‑volu­mi­na im zwei­ten Quar­tal 2026 offen­bart eine star­ke Pola­ri­sie­rung, die der soge­nann­ten „Hour­glass Eco­no­my“ (Sand­uh­ren­wirt­schaft) ent­spricht. Das stärks­te Wachs­tum kon­zen­triert sich auf die abso­lu­ten Extre­me des Preisspektrums:

  • Im Preis­seg­ment bis 100 Euro stieg die Anzahl der gehan­del­ten Fla­schen um 31 %, wäh­rend der Gesamt­käu­fer­preis um 28 % zunahm.
  • Im Preis­seg­ment 100–250 Euro gab es ein Wachs­tum von 17 % sowohl beim Volu­men als auch beim Wert.
  • Am ande­ren Ende der Ska­la ver­zeich­ne­te das Ultra-Pre­mi­um-Seg­ment (ab 5.000 Euro) einen mas­si­ven Anstieg des Han­dels­werts um 37 % und ein Volu­men­wachs­tum von 10 %.

Im Gegen­satz dazu wuch­sen die mitt­le­ren Preis­seg­men­te deut­lich lang­sa­mer oder sogar gar nicht. Whis­kys im Bereich 250–500 Euro ver­zeich­ne­ten ein beschei­de­nes Wachs­tum von 4 % beim Volu­men und 5 % beim Wert, wäh­rend das Seg­ment 500–1.000 Euro sta­gnier­te. Am stärks­ten betrof­fen war das Seg­ment 1.000–2.000 Euro, das einen Rück­gang von 7 % beim Wert und 8 % beim Volu­men erlebte.

Qualität bleibt entscheidend

Die Daten zei­gen, dass Samm­ler erneut bereit sind, für Spit­zen­qua­li­tät einen Auf­preis zu zah­len. Im Bewer­tungs­seg­ment 90–95 Punk­te (gemes­sen an den Whis­ky­ba­se-Bewer­tun­gen) über­stieg das Wachs­tum des Han­dels­werts regel­mä­ßig das Wachs­tum des Han­dels­vo­lu­mens. Beson­ders auf­fäl­lig war dies im Preis­seg­ment ab 5.000 Euro: Hier führ­te ein Anstieg der gehan­del­ten Fla­schen um 11 % zu einem mas­si­ven Anstieg des Gesamt­käu­fer­prei­ses um 33 %.

In den mitt­le­ren Preis­ka­te­go­rien kon­zen­trier­ten sich die Rück­gän­ge vor allem auf die nied­ri­ger bewer­te­ten Seg­men­te. So waren im Preis­seg­ment 250–500 Euro die größ­ten Ver­lus­te im Bewer­tungs­be­reich 85–86,9 Punk­te zu ver­zeich­nen, wäh­rend Fla­schen mit 87 oder mehr Punk­ten sta­bil blie­ben oder sogar wuchsen.

Rekordverdächtige japanische Raritäten und eine Realitätsprüfung für Macallan

An der abso­lu­ten Spit­ze des Mark­tes wur­den im ers­ten Halb­jahr 2026 vor allem extrem sel­te­ne japa­ni­sche Whis­kys zu neu­en Rekord­prei­sen gehan­delt. Neben dem bereits erwähn­ten Yama­za­ki 50-year-old Club Nat­su­me (über 900.000 Euro) erziel­ten auch ande­re Abfül­lun­gen beacht­li­che Ergebnisse:

  • Yama­za­ki 1960 Sun­to­ry Whis­ky Mee­ting (41 Jah­re, 63 % vol): 302.280 Euro bei Sotheby’s Hong Kong.
  • Karui­za­wa 1960 52-year-old (Cask No. 5627): Ein Fass­ab­fül­lung, die ursprüng­lich 2013 für 12.500 Pfund ange­bo­ten wur­de, erreich­te bei Bon­hams Hong Kong 683.770 Euro, wäh­rend eine wei­te­re Fla­sche nur weni­ge Wochen spä­ter bei Whis­ky Auc­tion­eer (UK) für 260.800 Euro ver­kauft wur­de. Dies unter­streicht die extre­me Vola­ti­li­tät und Stand­ort­ab­hän­gig­keit von Ultra-Premium-Auktionsergebnissen.

Auch Macal­lan blieb an der Spit­ze des Mark­tes prä­sent, doch der Macal­lan Time:Space 1940 84-year-old erhielt eine her­be Rea­li­täts­prü­fung. Bei sei­ner Ver­öf­fent­li­chung 2024 trug die Abfül­lung einen stol­zen Preis von etwa 175.000 Euro. Doch die­ser Preis hielt auf dem Sekun­där­markt nicht stand. Nach fünf geschei­ter­ten Ver­kaufs­ver­su­chen in den letz­ten zwei Jah­ren wur­de die Fla­sche schließ­lich bei Sotheby’s Hong Kong für 111.320 Euro ver­kauft – ein deut­li­cher Abschlag zum ursprüng­li­chen Verkaufspreis.

Die meistgehandelten Whiskys im ersten Halbjahr 2026

Die meist­ge­han­del­ten Whis­kys nach Volu­men waren vor allem Abfül­lun­gen von Spring­bank und Macal­lan. Spring­banks Kern­ab­fül­lun­gen blei­ben das Rück­grat der täg­li­chen Auk­ti­ons­ak­ti­vi­tät, wobei der Spring­bank 15-year-old und der Spring­bank 10-year-old die ers­ten bei­den Plät­ze beleg­ten. Macal­l­ans Prä­senz in den meist­ge­han­del­ten Rän­gen wur­de vor allem durch die Harm­o­ny Coll­ec­tion getrie­ben, ins­be­son­de­re Rich Cacao und Inten­se Ara­bica.

Wei­te­re häu­fig gehan­del­te Whis­kys waren:

  • Hibi­ki 21-year-old
  • Lag­avu­lin 16-year-old
  • Ard­beg For Dis­cus­sion 8‑year-old

Fazit

Der Whis­ky­markt zeigt Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung, doch die Pola­ri­sie­rung zwi­schen den Preis­seg­men­ten bleibt bestehen. Wäh­rend die Nach­fra­ge nach Spit­zen­qua­li­tät und extrem sel­te­nen Abfül­lun­gen unge­bro­chen ist, kämpft der Mit­tel­feld­be­reich mit Rück­gän­gen. Samm­ler sind zuneh­mend dis­zi­pli­niert und zah­len nur dann Pre­mi­um­prei­se, wenn die Qua­li­tät stimmt.

Quel­le: Whis­kystats Insights Report 2026 H1

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