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Die Whisky-Preise sind zurück auf dem Stand von 2019/20 – und der Auktionsmarkt ist trotzdem größer denn je

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Das Whiskylexikon
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(Stand von: 12. Novem­ber 2025 17:40 – Details)
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Wer in den letz­ten Jah­ren Whis­ky als Spe­ku­la­ti­ons­ob­jekt gekauft hat, muss gera­de tief durch­at­men. Eine neue Aus­wer­tung der Auk­ti­ons­da­ten­bank DramX, die die ver­öf­fent­lich­ten Ergeb­nis­se von 30 Whis­ky-Auk­ti­ons­häu­sern mit ins­ge­samt 4,8 Mil­lio­nen ver­kauf­ten Losen bün­delt, zeich­net ein sehr kla­res Bild: Eine Fla­sche, die 2016 £100 wert war, brach­te 2022 auf dem Höhe­punkt des Booms £148 – und heu­te nur noch £124. Das sind 16 Pro­zent unter dem Peak, und exakt das Preis­ni­veau von 2019/20. Die Hälf­te der Gewin­ne seit 2016 ist in nur drei Jah­ren wie­der verpufft.

Und es trifft nicht jeden gleich. Drei Vier­tel aller Fla­schen sind heu­te weni­ger wert als vor drei Jah­ren, die typi­sche Fla­sche hat 17,8 Pro­zent ver­lo­ren. Ein Vier­tel sogar mehr als ein Drit­tel ihres Werts.

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Der Absturz traf die limitierten Editionen

Die Ver­lus­te ver­tei­len sich höchst ungleich­mä­ßig – und das ist die eigent­li­che Sto­ry. Wenn Ihr eine Limi­t­ed Edi­ti­on gekauft habt, weil sie knapp war und nicht, weil Ihr sie öff­nen woll­tet, hat es Euch erwischt:

  • Macal­lan Harm­o­ny Rich Cacao: £312 (2022) → £80 (heu­te)
  • Macal­lan Archi­val Folio 5: £1.931 → £622
  • Spring­bank Local Bar­ley: £431 → £194
  • Glen­Al­lachie Bil­ly Wal­ker 50th Future: £145 → £71
  • Ard­beg Fer­mu­ta­ti­on: −48 %, Ard­beg Scorch: −46 %

Der Whis­ky, den Men­schen tat­säch­lich trin­ken, hat sei­nen Preis gehal­ten. Und zwar nicht, weil er bil­lig wäre: Ein Glen­Dro­nach All­ar­di­ce 18 liegt mit £148 sogar 15 % über 2022, Bal­ve­nie Dou­ble­Wood 17 und Caol Ila 18 jeweils +8 %, Talis­ker 18 +7 %. Selbst John­nie Wal­ker Blue Label steht unver­än­dert bei £110–111. Die Moral von der Geschich­te: Fla­schen zum Öff­nen sind eine ande­re Anla­ge­klas­se als Fla­schen zum Wegschließen.

Der Markt ist nicht geschrumpft – er ist riesig

Dra­ma­tisch ist nur die Preis­sto­ry, nicht die Men­gen­sto­ry. Die ver­kauf­ten Lose sind seit 2014 jedes ein­zel­ne Jahr gestie­gen: von 78.160 auf 616.496 im Jahr 2025 – fast acht­mal so vie­le. Der Durch­schnitts­preis pro Los erreich­te 2022 mit £363 sei­nen Höhe­punkt und liegt heu­te bei £224. Der Markt ist also weit grö­ßer als je zuvor, nur eben deut­lich unter sei­ner Blow-off-Spit­ze von 2022.

Die Mil­lio­nen­schlag­zei­len sind die abso­lu­te Aus­nah­me. Die typi­sche Fla­sche erzielt £95, mehr als ein Vier­tel aller Lose geht für unter £50 über den Tisch, 73 % unter £200. Umge­kehrt stam­men 4,8 % der Lose (über £1.000) für rund die Hälf­te des gesam­ten Umsat­zes von £1,28 Mrd. – die record-brea­k­en­den Macal­l­ans, über die alle berich­ten, sind das haar­fei­ne obe­re Ende eines Mark­tes, der für fast alle Betei­lig­ten erschwing­lich ist.

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Japanischer Whisky fällt am stärksten

Wer am schnells­ten stieg, fällt am tiefs­ten. Japa­ni­scher Whis­ky hat seit dem 2022er Peak 55 Pro­zent an Gesamt­wert ver­lo­ren (Scotch: −41 %). Die Durch­schnitts­fla­sche aus Japan sank von £835 auf £370 – bei sogar leicht stei­gen­der Stück­zahl. Karui­za­wa und Chi­chi­bu, die Magne­ten des Booms, haben am meis­ten zurückgegeben.

Zwei Lektionen für Sammler und Verkäufer

Ers­tens: Die Prei­se fal­len, die Gebüh­ren nicht. Der durch­schnitt­li­che Käu­fer­an­teil (Buyer’s Fee) ist von 9,8 % des Ham­mer­prei­ses im Jahr 2014 auf 14,2 % heu­te geklet­tert – ein grö­ße­rer Anteil an einem klei­ne­ren Preis.

Zwei­tens: Es gibt kei­nen bes­ten Ver­kaufs­mo­nat. Fla­sche für Fla­sche ver­gli­chen liegt der Preis in elf von zwölf Mona­ten inner­halb von ±3 % des Jah­res­schnitts; nur Dezem­ber liegt mit −6 % dar­un­ter. Dass im Novem­ber im Schnitt 10 % mehr Geld über den Tisch geht, liegt ein­fach an teu­re­ren Fla­schen, die vor Weih­nach­ten ange­bo­ten wer­den – nicht dar­an, dass Eure plötz­lich mehr wert ist.

Fazit

„Alle zitie­ren den Macal­lan für eine Mil­li­on Pfund. Der­weil ist die Fla­sche in Eurem Schrank so viel wert wie 2019. Bei­des stimmt – und nur eines davon gehört Euch.“ (DramX)

Für uns Genie­ßer ist die Kor­rek­tur ehr­lich gesagt eine gute Nach­richt: Whis­ky zum Trin­ken ist sta­bil, der Hype um limi­tier­te Edi­tio­nen wird gera­de wie­der auf das Maß sei­nes Inhalts zurück­ge­stutzt. Und wer schon immer eine bestimm­te Abfül­lung haben woll­te, die 2022 unbe­zahl­bar war – jetzt ist ein bes­se­res Fens­ter offen, als es in den letz­ten vier Jah­ren der Fall war.


Quel­le: DramX.co.uk, 4,8 Mil­lio­nen Auk­ti­ons­er­geb­nis­se (Stand Sep­tem­ber 2026)

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(Stand von: 12. Novem­ber 2025 17:40 – Details)
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