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Whisky-Reise nach Japan (Teil 5): Yamazaki Distillery

Nach den etwas enttäuschenden Besuchen bei Hakushu und Yoichi ging es auf unserer Whisky-Reise durch Japan nun zu Yamazaki. Bereits 1923 wurde die Brennerei als erste japanische Whisky-Destillerie vom Suntory-Konzern erbaut und produziert seither ausschließlich Single Malts.

Ähnlich wie die zweite Suntory-Destillerie Hakushu ist sie ein reiner Zweckbau und alles andere als hübsch. Auch das Dorf Yamazaki, an der Bahnstrecke zwischen Tokyo und Osaka gelegen, ist nicht gerade sehenswert. Vom Bahnhof aus läuft man einen halben Kilometer durch das Dorf zurück und überquert dann die Bahngleise. Die Destillerie liegt direkt dahinter am Hang einer Hügelkette.

Das Gelände ist aber sehr nett gestaltet und die Gegend scheint sehr geeignet für alle Arten von Pflanzen zu sein, bei unserem Besuch Ende Mai war es auch schon ziemlich tropisch. Vor dem Besucherzentrum mit Museum und Bar liegt ein kleiner, bunt gestalteter Garten und die Destillerie ist von einem riesigen Bambuswald umgeben.

Die Tour selbst eigentlich auch nichts besonderes, aber im Gegensatz zu Hakushu darf man hier wenigstens in das interessante Stillhouse und die sehr unterschiedlichen Formen der Brennblasen bewundern, die für den ebenso unterschiedlichen Stil vieler Yamazaki-Abfüllungen verantwortlich sind. Beeindruckend sind auch die riesigen Mash Tuns. Durch das Warehouse kommt man zu einem schönen Teich am Ende des Geländes, an dem es sogar Libellen gibt.

Nach einem ähnlichen Tasting wie bei Hakushu ging es dann zurück ins Besucherzentrum, wo die eigentliche Attraktion wartet: Eine runde Bar mit ebenso rundem Angebot, neben allerlei internationaler Auswahl (aus dem Suntory-Konzern, zu dem inzwischen auch Laphroaig gehört) vor allem alle möglichen und unmöglichen Konzernabfüllungen inklusive diverser Einzelfass-Experimente, die alle zusammen den typischen Yamazaki-Geschmack ergeben. Auf der Terrasse direkt vor der Bar, den schönen Garten im Hintergrund, haben wir uns gemütlich durch das relativ fair bepreiste Angebot getrunken.

Rundum glücklich ging es zurück nach Osaka und von dort aus zu unserem nächsten Ziel, nach Nara. Den Nara Park mit dem berühmten Tempel Todai-ji, dem größten Holzgebäude der Welt, und den ebenso berühmten Hirschen haben wir am nächsten Tag besucht. Von dort ging es direkt weiter zur alten Kaiserstadt Kyoto mit ihren Tempeln und Burgen. Der „goldene Tempel“ Kinkaku-ji ist ein Pflichtbesuch für Japanreisen, ebenso der beeindruckende Kiyomizu-dera mit seinem riesigen Holzunterbau an einem Berghang über der Stadt. Schließlich war ich noch mit einem Teil unserer Gruppe beim Nijo-jo, einer Shogun-Burg mit Originalzustand aus dem Mittelalter und sehr beeindruckender Parkanlage.

Auf dem Weg zurück nach Tokyo folgte dann mit White Oak Eigashima die nächste (und für mich letzte) Destillerie. Dazu mehr in der nächsten Woche.

Alle Beiträge in dieser Reihe:
Whisky-Reise nach Japan (Teil 1): Chichibu Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 2): Shinshu Mars Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 3): Hakushu Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 4): Yoichi Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 5): Yamazaki Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 6): White Oak Eigashima Distillery
Whisky-Reise nach Japan (Teil 7): Fuji-Gotemba Distillery

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Jörg Bechtold

Jörg Bechtold

Jörg Bechtold beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit Single Malt Whisky. Auf mehreren Reisen nach Schottland hat er Land und Leute kennen gelernt sowie viele Destillerien besucht. Seit 2002 betreibt er die WHISKYFANPAGE.DE, seit 2006 dieses Blog und ist außerdem als Referent für Whisky-Tastings tätig.
Jörg Bechtold
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