Wie schon in den vergangen Jahren so bietet auch dieses Jahr Manufactum, selbsternannter Versender „schöner Dinge“, eine kleine Range von limitierten Einzelfass-Abfüllungen in Fassstärke unter eigenem Label an, ausgesucht von Prof. Walter Schobert und abgefüllt von der Signatory Vintage Scotch Whisky Co. Ltd.:
- Laphroaig 2001-2009, 58,8% (Bourbon Cask, 649 Flaschen) für 59,00 €
- Aberlour 1990-2009, 55,4% (Bourbon Cask, 246 Flaschen) für 95,00 €
- Glen Elgin 1991-2009, 53,6% (Sherry Cask, 360 Flaschen) für 89,00 €
- Edradour 1997-2009, 57,6% (Sherry Cask, 330 Flaschen) für 78,00 €
- Bowmore 1985-2009, 54,4% (Sherry Cask, 230 Flaschen) für 129,00 €
Ob es sich bei den Preisen um echte „Schnäpp(s)chen“ handelt, darf bezweifelt werden. Fotos der Flaschen sowie weitere Infos zu den Abfüllungen und den Versandkosten findet Ihr unter Manufactum – Whisky.
Auch Lidl hat mal wieder den 18-jährigen Pure Malt Scotch Whisky aus unbekannter Quelle im Angebot. Die Inflation hat zugeschlagen, weshalb er dieses Jahr mit 26,99 € einen Euro mehr kostet als letztes Jahr. Wer das für ein Schnäpp(s)chen hält sollte bedenken, dass Alter nicht alles ist und es sich zudem nur um einen Pure Malt, also einen Verschnitt aus verschiedenen Single Malts handelt. Für diesen Preis gibt es im gut sortierten Fachhandel auch schon mal einen Laphroaig 10 Jahre oder für wenig mehr einen Glenmorangie oder ähnliches, bei denen man sich auf die Qualität verlassen kann.
Wer nicht nur trinken, sondern auch was Süßes zu sich nehmen findet Erleichterung bei Dulce Chocolate & Ice Cream, die seit längerem mit dem Kentucky Straight Bourbon Maker’s Mark zusammenarbeiten und nach einer Eiscreme im Sommer nun für Weihnachten eine Box mit drei verschiedenen Sorten Whisky-Pralinen herausbringen, die mit edelster dunkler und weißer Schokolade umhüllt sind und 10% Maker’s Mark enthalten – Bourbon Dark Ecuador, Bourbon White Vanilla und Mint Julep. Mit insgesamt fünfzehn Pralinées und einer kleinen 200ml Flasche Maker’s Mark wird die limitierte Maker’s Mark Chocolate Edition so zum idealen Weihnachtsgeschenk. Online bestellbar auf der Website von Dulce Chocolate (unten rechts).
Last but not least der Hinweis, dass bei Bright Britain dem Online-Shop für British Life & Style das Sortiment zu Weihnachten nochmal kräftig aufgestockt wurde und nun eine ganze Reihe verschiedener Fudges von Gardiner’s of Scotland und weiteren bekannten Herstellern erhältlich ist, darunter auch Malt Whisky Fudge mit Arran, Bunnahabhain, Glengoyne, Glenfarclas, Tobermory oder dem Wallace Whisky Liqueur. Yummy!
06. Dezember 2009
Jim Murray’s Whisky Bible ist DAS Standardwerk was die Übersicht und Bewertung aktueller Abfüllungen angeht. Jedes Jahr erscheint eine neue Ausgabe mit inzwischen fast 4000 Abfüllungen, wie immer nur in Englisch. Die Bibel liest sich dabei in etwa so spannend wie das örtliche Telefonbuch und ist mit ihrem handlichen Format auch eher als Nachschlagewerk gedacht, um auf Messen und Tastings eine „zweite Meinung aus erster Hand“ einzuholen. Die hohe Popularität von Jim Murray führt dabei leider oft dazu, dass die Leser seine subjektive Meinung für bare Münze nehmen und sklavisch keine Whiskys mehr probieren, für die er nicht wenigstens 80 Punkte vergeben hat. Das ist schade, denn erstens ist er auch nur ein Mensch und zweitens habe ich im Laufe der Zeit herausgefunden, das sich seine Meinung mit der meinigen nur selten deckt. Also nicht ganz so ernst nehmen und im Zweifelsfall erst Mal selbst probieren!
Jim Murray’s Whisky Bible 2010 im WHISKYFANSHOP kaufen!
(Versand durch Amazon.de)
Das Malt Whisky Yearbook ist erst vor einigen Jahren auf dem Markt erschienen, hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt und ist inzwischen zu einem ebenso unverzichtbaren Nachschlagewerk geworden. Im Gegensatz zur Whisky Bible enthält es vor allem interessante Artikel von bekannten Autoren mit Einblicken in die Whisky-Industrie und aktuellen Themen. Ein zweiter Teil stellt alle aktiven schottischen Destillerien vor und liefert Tasting Notes zu deren Standard-Abfüllungen. Ein dritter Teil beschäftigt sich mit internationalem Whisky (mit Schwerpunkt Japan) und nennt Daten und Fakten des Whisky-Markts. Absolute Kaufempfehlung, auch und vor allem für Einsteiger!
Malt Whisky Yearbook 2010 im WHISKYFANSHOP kaufen!
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Last but not least möchte ich Euch noch ein kostenloses Buch im PDF-Format vorstellen, über das ich zufällig gestolpert bin: Auf der Seite Vintage Direct von Nicks Wine Merchants kann man sich The Australian Whisky Guide herunterladen, der Infos zu allen australischen Single Malt Destillerien sowie eine schöne Übersichtskarte enthält. Auch am anderen Ende der Welt gibt es inzwischen eine ganze Reihe von Destillerien, von deren Abfüllungen leider viel zu wenige den langen Weg nach Europa finden. Falls mal jemand nach Australien in Urlaub fährt und nach seiner Rückkehr ein Tasting anbieten möchte – ich wäre dabei
29. November 2009
Heute möchte ich Euch mal etwas gaaaanz anderes vorstellen: Sake, auch japanischer Reiswein genannt, womit die Verwirrung schon anfängt. Außer einem Alkoholgehalt von 15-20% haben Sake und Wein nämlich nicht viel gemeinsam.
Sake wird aus Reis hergestellt, der wie die Gerste beim Whisky viel Stärke enthält. Um an diese heranzukommen werden die Körner erst einmal poliert, d.h. die äußeren Schichten entfernt. Je stärker man poliert, desto feiner wird der Geschmack. Angegeben wird die Polierrate in %, wobei nicht die Stärke der Polierung, sondern die verbleibende Größe des Korns gemeint ist. Je kleiner die Zahl, desto mehr wurde poliert und desto feiner der Sake.
Dann braucht man Enzyme, um die Stärke in Zucker umzuwandeln. Beim Whisky besorgt das die Keimung der Gerste, also das Gerstenmalz. Beim Sake nimmt man einen (Edel)Schimmelpilz names Koji (Aspergillus Oryzae), der neben den Enzymen auch weitere Geschmacksstoffe beisteuert. Dann gibt man Hefe dazu und vergärt das Ganze.
Natürlich ist das nur die Kurzversion, wer sich für die Details interessiert findet sie hier: Sake-Herstellung. Diese Details sind es dann auch, die die geschmacklichen Unterschiede ausmachen. Genau wie beim Whisky beeinflussen das Ausgangsmaterial, das Wasser, die Dauer der einzelnen Schritte und das allgemeine Können des Brenn-/Braumeisters den Geschmack des fertigen Produkts.
Und wie schmeckt Sake denn nun? Auf dem Munich Whisky & Bar Festival im Januar diesen Jahres hatte ich am Stand des Sake Kontor Berlin die Möglichkeit, einen ersten Eindruck zu bekommen. Das machte Lust auf mehr und nach einem weiteren Besuch im JapanShopBerlin während des Cöpenicker Whisky-Herbstes Anfang September habe ich mir drei Sake (und einen Shochu) bestellt:
Jumai Daiginjo Akashi-tai, Akashi Sake Brewery, 17,5%
(2. v. l.) Ein preisgekrönter Sake mit einer Polierrate von 40%, den man kühl oder bei Zimmertemperatur trinken soll. Ich habe beides ausprobiert:
(warm / ca. 22°)
Nase: Intensive, modrig-vergorene helle, grüne Frucht, Litschi, seifig, gelbe vollreife Mostbirne.
Mund: Säuerlich, leicht bitter, gelbe Mostbirne.
Hals: Leichtes Motoröl, wieder die vergorenen Früchte, leicht seifig.
(kühl / ca. 10°)
Nase: Weniger intensiv, mehr Litschi.
Mund: Eher fruchtiger Weißwein, perlend.
Hals: Viel weiger seifig, läuft besser runter.
Ungewöhnlich. Ich muss dazu sagen, dass mir Litschis eigentlich gar nicht schmecken, und danach schmeckt er reichlich. Aber auch das ist eine Sache der Gewöhnung. Zuerst dachte ich, dass er mir kühl besser schmeckt. Nach mehreren Versuchen muss ich sagen, dass er warm deutlich interessanter ist und viel mehr Eigenheit entwickelt. Das „seifige“ würde ich inzwischen eher mit „seidig“ übersetzen, er fühlt sich im Mund so an wie Seide auf der Haut: Glatt, kühl, mit einer gewissen unbekannten aber deutlich fühlbaren Struktur.
Zuikan Aigamo Kame No O „Enten-Sake“, Yamaoka Brauerei, 16%
(Rechts im Bild) Nein, da sind keine Viecher drin und sie haben auch nicht drin gebadet. Sie sorgen nur für eine Art „Öko-Siegel“, da sie auf den Feldern die Schädlingsbekämpfung und Düngung des Reises übernehmen. Soll kühl getrunken werden.
(kühl / ca. 10°)
Nase: Selbe Grundnote, aber eher reife Birne als Litschi, klarer, säuerlicher.
Mund: Süß, sehr frisch.
Hals: Leicht, süß, frisch, im Hals bleiben leichte Pfirsiche (oder Nektarinen?) hängen.
Deutlich weniger intensiv als der erste aber auch langweiliger. Für Anfänger leichter zu trinken, da der Geschmack weniger ungewöhnlich ist.
Nach soviel Mut zu Neuem ist eine Belohnung an der Reihe. Habt Ihr schon mal Pflaumenwein getrunken? Dieses pappsüße, klebrige Zeug, das in warmem Zustand auf unserem Karlsruher Weihnachsmarkt mehr Leute abschießt als Glühwein? Hier kommt die deutlich bessere Variante:
Shiraume Ginjo Umeshu „Weiße Pflaume“, Akshi Sake Brewery, 14%
(Links im Bild) Ein Sake, der mit japanischen Pflaumen aromatisiert wurde. Schon farblich was ganz anderes (tiefgold bis rötlich) mit unerwartetem Abgang:
(warm / ca. 22°)
Nase: Pflaume, aber hochintensiv und getrocknet und deutlicher Rauch.
Mund: Kühl, samtig und sehr intensive Frucht.
Hals: Wow. Kräftige, likörartige Frucht und spürbare leichte Holz-/Rauchnote.
Ein tolles Zeugs! Warum habe ich mir da nur eine so kleine Flasche bestellt?
Apropos tolles Zeugs: Wer bis hierhin durchgehalten hat, wird nun noch mit etwas ganz besonderem belohnt: Einem Rettich-Shochu. Shochu ist im Gegensatz zum nur gährenden Sake ein Brand, der nur einmal auf 25-30% destilliert wird. Als Grundstoffe dienen Reis oder Gerste, was geschmacklich auf einen Sake-Brand oder einen Wodka hinausläuft.
Yasaibatake Daikon Shochu „Gemüsefeld-Shochu Rettich“, Akashi Sake Brewery, 25%
(Hinten im Bild) Rettich? Rettich! Aus den Feldern rund um Akashi in der Nähe von Kobe.
(warm / ca. 22°)
Nase: Lauwarme Gemüsebrühe, leicht säuerlich, eher Sellerie als Rettich.
Mund: Sehr sanft und seidig, leichter Rettich (Radieschen).
Hals: Nun deutlicher Rettich, leicht salzig, eher kurz, nur der scharfe Rettich bleibt am Gaumen hängen.
Man muss ihn sich sicherlich erst mal schöntrinken, aber der Schnaps ist so ungewöhnlich, man muss ihn einfach lieben! Es gibt ihn übrigens auch noch mit Gemüsezwiebel, Frühlingszwiebel, Rübe und Melonenkürbis
01. November 2009