Nachdem ich euch vor Kurzem schon auf die Original Malt Whiskey T-Shirts aufmerksam gemacht hatte, möchte ich nun Eure Blicke nach Norden richten.
In Schenefeld bei Hamburg sind Chris Rickert & Stephan Runge aka Hansemalt seit vielen Jahren dabei, mit ihrem Club dem Norden den Whisky näherzubringen. Tastings und Whiskydinner gehören ebenso dazu wie die neue Plattform whiskytable.de, auf der sich lokale Whisky-Stammtische und Veranstalter privater Tastings eintragen und austauschen können. Dabei gibt es sowohl einen kostenlosen Account als auch einen kostenpflichtigen, bei dem eine Whiskytable-Abfüllung pro Jahr und eine Spende an Charity-Projekte in Schottland enthalten sind. Eine schöne Idee.
Unter whiskyshirts.de findet Ihr den eigentlichen Grund dieses Artikels, einen Shop mit Whisky T-Shirts, Kapuzenpullovern, Taschen und vielem mehr, bedruckbar mit schön gestalteten Motiven rund um das Wasser des Lebens. Speziell Fans der Islay-Destillerien kommen dabei auf Ihre Kosten, aber auch allgemeine Motive sind zu finden. Man merkt dabei, das Chris in punkto Design nicht ganz unbedarft ist – im wahren Leben arbeitet er in einer Dialog-Marketing-Agentur
26. Mai 2010
Viele Besucher meines Blogs kommen inzwischen über Twitter auf diese Seite und viele davon sprechen kein Deutsch. Da ich aber weiterhin auf Deutsch schreiben möchte, habe ich vor einiger Zeit Google Translator eingebaut. Über das Pull-down-Menü rechts unter der Suche kann man die Artikel in viele Sprachen dieser Welt übersetzen, mit meist eher lustigen bis schrägen Resultaten.
Das führt dann auch mal zu Rückfragen, so wie vor einigen Tagen von Gal Granov, Urheber des Blogs Whisky Israel. Er hatte meine letzten Tasting Notes gelesen und sich darüber gewundert, dass ihm der Übersetzer „Auge, Nase, Mund, Hals“ angezeigt hatte statt den üblichen Begriffen wie „Color, Nose, Palate, Finish“. Das war allerdings kein Übersetzungsfehler, sondern Absicht.
Warum mache ich das? Weil ich denke, dass die üblichen Begriffe nicht weit genug gehen. Sie beschreiben die Eigenschaften eines Whiskies, aber nicht das, was wir wirklich mit unseren Sinnen aufnehmen. An dem Gesamterlebnis Whisky sind drei unserer fünf Sinne beteiligt: Die visuelle Wahrnehmung (Augen), die olfaktorische Wahrnehmung (Geruchssinn) und die gustatorische Wahrnehmung (Geschmackssinn). Und das nicht unbedingt getrennt voneinander.
Zuerst nehmen wir den Whisky mit den Augen auf. Wir sehen seine Farbe und erwarten dadurch schon einen bestimmten Geschmack. Ist der Whisky hell, erwarten wir einen leichten, bourbonlastigen Whisky. Ist er dunkel, erwarten wir einen schwereren, sherrylastigeren. Aber wir erkennen noch mehr, z.B. die Viskosität und daran den Einfluss der Reifung uns des Alters. Ist er sehr ölig oder läuft er leicht ab? Gibt es viele Legs oder wenige? Bleibt ein schöner Perlenrand am Glas oder nicht? Und sogar den Alkoholgehalt kann man schätzen, wenn man ihn schüttelt und die Schaumbildung betrachtet. Nicht umsonst werden echte Blindtastings mit blauen, fast undurchsichtigen Gläsern durchgeführt! Und das alles ist nur Farbe (Colour)?
Dann nehmen wir den Whisky mit der Nase auf. Durch die Farbwahrnehmung ist diese nun schon vorgewarnt und ist umso erstaunter, wenn der Geruch nicht zur Erwartung passt. Tendenziell finden wir diese Whiskies dann interessanter als jede, die der Erwartung entsprechen. Nun nehmen wir die Stoffe auf, die sich aus dem Whisky lösen. Das sind in der Regel mehr, wenn der Whisky eine höhere Alkoholstärke ausweist oder wenn ihm frisch Wasser hinzugegeben wurde. Letzteres hilft auch, den Einfluss des Alkohols zurückzudrängen und feinere Nuancen hervorzubringen. Es empfiehlt sich auch mehrmals zu riechen, denn wenn die Nase den ersten Alkoholschock verdaut hat, wird sie mehr riechen als beim ersten Mal. Und übrigens: Wir haben zwei Nasenlöcher und genau wie unsere Augen, Hände und Füße sind beide meist unterschiedlich. Also bitte mit beiden riechen!
Dann nehmen wir den Whisky mit dem Mund auf. Und zwar mit dem ganzen Mund, nicht nur mit dem Gaumen (Palate)! Die Zunge ist der Teil, der zuerst mit dem Whisky in Berührung kommt. Wenn wir ihn dann ein wenig im Mund kreisen lassen, kommt er auch mit dem Gaumen in Berührung. Die Wissenschaft glaubt inzwischen, dass jeder Teil unseres Mundes jeden Geschmack aufnehmen kann, die Aufteilung in Geschmackszonen gilt als überholt. Aber die Geschmacksknospen sind nicht einheitlich verteilt, es macht also Sinn, den Whisky im Mund zu verteilen. Durch die Körperwärme wird er dabei auch wärmer und mehr Geschmacksstoffe lösen sich. Und auch hier gilt, dass nach dem ersten Schock mehr Nuancen erkannt werden als gleich zu Beginn.
Dann schlucken wir den Whisky herunter. Mit dem deutschen Wort „Abgang“ (Finish) konnte ich mich noch nie anfreunden. Einen Abgang mache ich am Ende meines Lebens oder vielleicht noch auf dem Klo, aber hier … Warum nennen wir es nicht beim Wort? Der Hals ist es, in dem wir die wohlige Wärme des Whiskies spüren, seine Schärfe, seine Würze und seine Süße. Hier bleibt auch der Torf hängen, den wir am nächsten Morgen vergeblich mit der Zahnbürste aus dem Mund zu schrubben versuchen. Und ganz unten im Magen, selbst da breitet sich die Wärme noch aus und macht Lust auf einen zweiten Schluck.
Der macht auch Sinn (kleines Wortspiel …). Nicht nur weil jeder Dram dazu führt, dass die schottischen Whiskyindustrie weiterhin auf der Erfolgswelle schwimmt und uns noch viele Jahre mit guten Stöffchen versorgen kann. Sondern auch, weil nach den ersten Eindrücken unsere Sinne beim zweiten Mal noch weniger objektiv sind als beim ersten Mal und uns nun wieder ganz andere Sinneseindrücke vermitteln werden. Ein guter Whisky wird so immer besser und ein schlechter, nun ja, wird vielleicht wenigstens ein bisschen besser. Aber seid gewarnt, das mit dem Schönsaufen funktioniert nicht und führt nur zu Kopfweh. Und das ist nicht sinnvoll, sondern reiner Unsinn
23. Mai 2010
The Macallan ist einer der bekanntesten Namen unter den Whisky-Destillerien. Das nicht nur wegen der zentralen Lage in der klassischen Whisky-Region Speyside sondern vor allem wegen seines ausgewogenen Geschmacks, der vom Einsteiger bis zum Kenner so ziemlich jeden anspricht.
Bis vor wenigen Jahren war The Macallan dabei fast schon ein Synonym für die Lagerung in Sherry-Fässern, für die die Brennerei so viel Aufwand betrieben hat wie nur wenige andere – bis hin zum Kauf einer Bodega in Jerez, um den den Nachschub und die gleichbleibende Qualität sicherzustellen.
Dann vollzog die Destillerie eine Kehrtwende und brachte die Fine-Oak-Serie auf den Markt, die genau das Gegenteil der bisherigen Strategie darstellt. Sie zeichnet sich durch einen besonders hohen Anteil an Whisky aus, der in Ex-Bourbon-Fässern gelagert wurde und damit einen ganz anderen Charakter aufweist. Viele alte Fans von Macallan wandten sich mit Grausen ab, aber genau so viele neue kamen dazu. Whisky ist und bleibt eben Geschmackssache.
Wer den neuen Stil von The Macallan einmal kennen lernen möchte, der sollte am Gewinnspiel von whiskyundspirituosen.de teilnehmen, für das eine neue Seite mit Informationen zu The Macallan Speyside Whisky eingerichtet wurde. Ihr müsst nur eine (einfache) Frage beantworten und Euren Namen und E-Mail-Adresse hinterlassen und könnt eine Flasche The Macallan Fine Oak 10 yo gewinnen. Viel Glück!
19. Mai 2010